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Ernst von Wolzogen »Das Überbrettl«

Aus: »Das litterarische Echo«, Jg 3, 1900/01, H. 8, Sp. 542–548
  • Erich Ruprecht
  • Dieter Bänsch

Zusammenfassung

Ich wüßte mir keine amüsantere Zeit zum Leben, als unsere Gegenwart. Wir haben immer Wind in unsern Segeln für alle Schifflein, die wir schwimmen lassen, und aller dieser Schifflein Fahrt geht in einem berauschenden Tempo von statten. Was thut’s, wenn wir manchmal dabei von Atem kommen, wenn empfindliche Mägen sich bisweilen umkehren, wenn im allgemeinen die Nerven schärfer hergenommen werden als je zuvor; es ist doch ohne Zweifel besser so, als in paradiesischer Sattheit und Wunsch-losigkeit geistig zu verstumpfen und körperlich zu verfetten. Gönnen wir das Paradies den müder Gewordenen und den geborenen [Sp. 543:] Philistern, und erhalten wir Lebendigen und rüstig Schaffenden uns die tolle Fahrt ! Freilich — zum Seufzen und Kopfschütteln giebts auch Grund genug. Dieselbe Vernunft, die in Wissenschaft und Technik heute so unerhörte Triumphe feiert, wird gleichzeitig auch mit Füßen getreten, so elefantisch-wuchtig wie nur je in finstersten vergangenen Zeiten.

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Notizen

  1. 1.
    Holger Drachmann (1846–1908), dänischer Dichter; zeitweilig mit Georg Brandes (vgl. LMN S. 200) befreundet.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1970

Authors and Affiliations

  • Erich Ruprecht
  • Dieter Bänsch

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