Advertisement

Gregorius

  • Peter Wapnewski
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Mit dieser Titelangabe endet der Prolog einer Geschichte, die in der Wissenschaft unter dem Namen ihres Helden läuft, ›Gregorius‹. Ein Prolog, der übrigens auffallend von dem üblichen Schema, dem auch Hartmann sich verpflichtet gefühlt zu haben scheint, abweicht: Nichts von Stand, Bildung, Mühen der Quellensuche, Hinweisen auf die dichterischen Meriten, sondern von sündhafter Versäumnis ist hier die Rede, die es dringend wiedergutzumachen gelte; ist die Rede überdies nicht in der gemäßigten Tonart durchsichtiger Perioden, sondern in dem Stil affektuoser Verkündigung, deren eilige Mündlichkeit der Logik der Syntax nicht achtet und die an die Intensität der Predigt, des Buß- und Mahnwortes erinnert. Hier manifestiert sich in Stil und Thema jene Wendung zur Weltabsage, von der auch die Lyrik zeugt und die (in welcher Folge auch immer) Hartmanns Werk artikuliert hat, so wie sie sein Leben artikuliert haben wird (s. S. 32).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Editionen: 1838 durch Karl Lachmann (berücksichtigt nur A, C, E; Lesarten: ZfdA 5, 1845, S. 32–69). – 1867: auf Lachmann basiert Fedor Bechs Ausgabe, die sich in den späteren Auflagen jeweils dem vermehrten Handschriften-Material anzupassen sucht; 21873, 31891, 4Nachdruck 1934. – 1873: die große kritische Ausgabe von Hermann Paul, noch heute unentbehrlich wegen der Einbeziehung des gesamten damals bekannten Handschriften-Bestandes (auf Grund von A, E, G und der Fragmente C, D u. H, also noch ohne den vollständigen Eingang, der hier nur durch das von G gelieferte Rudiment vertreten ist). – 1882: zum erstenmal vollständig (nach Auffindung von J) in der Kleinen Ausgabe von Hermann Paul (Altdt. Textbibl. 2); ab 6. Aufl. bearb. v. Albert Leitzniann, 101963 von Ludwig Wolff (enthält ein Verzeichnis der Abweichungen von Pauls großer kritischer Ausgabe). – 1958 durch Friedrich Neumann als Bd 2 der Neuen Folge der ›Deutschen Klassiker des Mittelalters‹ (mit reicher, das gesamte Schaffen Hartmanns einbeziehender Einleitung und [gelegentlich über den Zweck bloßer Sacherhellung hinausgehendem] Commentarius perpetuus). – Konrad Zwierzina, Überlieferung und Kritik von Hartmanns ›Gregorius‹, in: ZfdA 37, 1893, S. 129–217. – 1967 durch Ernst Schwarz (zusammen mit dem ›Armen Heinrich‹): Text, Nacherzählung und Worterklärungen.Google Scholar
  2. Übersetzungen: zuletzt 1939 Reinhard Fink; 1959 Burkhardt Kippenberg (dem Urtext in der Fassung Friedrich Neumanns gegenübergestellt).Google Scholar
  3. In den Literaturgeschithten: Vogt S. 238–246; Ehrismann S. 184–196; SCHNEIDER S. 287–289; Schwietering S. 156–157; de Boor II S. 74–77; Schönbach S. 83–130; Sparnaay Bd I S. 126–179.Google Scholar
  4. Hellmut Rosenfeld, Legende. 1961, S. 49 (›Sammlung Metzler‹).Google Scholar
  5. Hendricus Sparnaay, Verschmelzung legendarischer u. weltlicher Motive in der Poesie des Mittelalters. 1922, S. 11–56.Google Scholar
  6. Ders., DerEnkel des Königs Armenios und die Gregorsage. In: Miscellanea Litteraria, Groningen 1959, S. 123–139; wieder abgedruckt in: Zur Sprache und Literatur des Mittelalters. 1961, S. 247–262.Google Scholar
  7. Otto Rank, Das Inzestmotiv in Dichtung und Sage. 21926.Google Scholar
  8. Luise Berthold, Beobachtungen zum Meier Helmbrecht. In: GRM 34, 1953, S. 242–244. Fortgeführt vonGoogle Scholar
  9. Kurt Ruh , Helmbrecht und Gregorius: In: Beitr. (Tüb.) 85, 1963, S. 102–106.Google Scholar
  10. H. W. J. Kroes, Die Gregorlegende. In: Neophilologus 38, 1954, S. 169–175; dagegen: Hendricus Sparnaay, Zum ›Gregorius‹. In: ebda 39, 1955, S. 16–23.Google Scholar
  11. Gabriele Schieb, Schuld und Sühne in Hartmanns ›Gregorius‹. In: Beitr. (Halle) 72, 1950, S. 51–64.Google Scholar
  12. Friedrich Maurer, Leid, S. 50–55.Google Scholar
  13. Hildegard Nobel, Schuld und Sühne in Hartmanns ›Gregorius‹ u. in der frühscholastischen Theologie. In: ZfdPh. 76, 1957, S. 42–79.Google Scholar
  14. Peter Wapnewski, in: ZfdPh. 80, 1961, S. 236–238, 240–243 (daraus gelegentlich wörtliche Formulierungen in diesen Text übernommen).Google Scholar
  15. Anke Bennholdt-Thomsen, Die allegorischen kleit im Gregorius-Prolog. In: Euph. 56, 1962, S. 174–184.Google Scholar
  16. Wolfgang Dittmann, Hartmanns ›Gregorius‹. Untersuchungen zur Überlieferung, zum Aufbau u. Gehalt. (Philol. Studien u. Quellen. 32). 1966. – Rezz.: Bernhard Sowinski, WW 17, 1967, S. 357; Ludwig Wolff, Beitr. (W.) 89, 1967, S. 96–100.Google Scholar
  17. K. C. King, Zur Frage der Schuld in Hartmanns Gregorius. In: Euph. 57, 1963, S. 44–66.Google Scholar
  18. Fritz Tschirch, 17–34–153. Der heilsgeschichtliche Symbolgrund im ›Gregorius‹ Hartmanns von Aue. In: Böckmann-Festschrift, 1964, S. 27–46.Google Scholar
  19. Olaf Schwenke, Gregorius de grote sünder. (Eine erbaulich-paränetische Prosaversion der Gregorius-Legende im zweiten Lübecker Mohnkopf Plenarium) In: Jahrb. des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung, 90, 1967, S. 63–88.Google Scholar
  20. K. C. King, The Mother’s Guilt in Hartmann’s Gregorius. In: Nor- man-Festschrift, London 1965, S. 84–93.Google Scholar
  21. Hans Schottmann, Gregorius und Grégore. In: ZfdA 94, 1965, S. 81–108.Google Scholar
  22. Christoph Cormeau, Hartmanns von Aue ›Armer Heinrich‹ und ›Gregoriust. Studien zur Interpretation mit dem Blick auf die Theologie zur Zeit Hartmanns. (Münchener Texte u. Untersuchungen zur dt. Lit. des MAs. Bd 15.) 1966. (Von meiner Darstellung abweichende Erklärung des Schuldkomplexes.) – Rez.: Friedrich Neumann, Beitr. (W). 89, 1968, S. 363–367.Google Scholar
  23. Grundsätzlich zweifeln an der Berechtigung einer theologischen Begründung der Schuldfrage:Google Scholar
  24. Naohiko Tonomura, Zur Schuldfrage im ›Gregorius‹ Hartmanns von Aue. In: WW 18, 1968, S. 1–17.Google Scholar
  25. Werner Schwarz, Free Will in Hartmann’s Gregorius. In: Beitr. (W). 89, 1968, S. 129–150.Google Scholar
  26. Rosemarie Picozzi, Allegory and symbol in Hartmann’s Gregorius. In: Essays on German literature. 1968, S. 19–23.Google Scholar
  27. K. Dieter Goebel, Hartmanns »Gregorius-Allegorie«. In: ZfdA 100, 1971, S. 213–226 (versucht, Annahme einer Kontamination im Prolog zum Gregorius zu widerlegen; bringt gute Argumente für seine Ansicht).Google Scholar

Zu Thomas Mann »Der Erwählte«

  1. Bruno Boesch, Die mittelalterl. Welt u. Thomas Manns Roman »Der Erwählte«. In: WW 2, 1951/52, S. 340–349.Google Scholar
  2. Hermann J. Weigand, Thomas Manns Gregorius, I–V. In: The Germanic Review XXVII, 1952, S. 10–30, 83–95.Google Scholar
  3. Cor Soeteman, De Gregoriuslegende bij Hartmann von Aue en Thomas Mann. In: Duitse Kroniek. Amsterdam 1952/2, S. 38–46;Google Scholar
  4. Ders., Alter Wein in neuen Schläuchen. Über Stofferfindung und Stoffentlehnung in der deutschen Literatur. In: Levende Talen 205, Groningen 1960, S. 360–371.Google Scholar
  5. Karl Stackmann, »Der Erwählte«, Thomas Manns Mittelalter-Parodie. In: Euph. 53, 1959, S. 61–74.Google Scholar
  6. Alois Wolf, Gnade und Mythos. Zur Gregoriuslegende bei Hartmann von Aue und Thomas Mann. In: WW 12, 1962, S. 193–209.Google Scholar
  7. Alois Wolf, Gregorius bei Hartmann von Aue und Thomas Mann. 1964.Google Scholar
  8. Hans Wysling, Die Technik der Montage in Thomas Manns Erwähltem. In: Euph. 57, 1963, S. 156–159.Google Scholar

Zum Verhältnis Gregoriur-Partival

  1. Hermann Schneider, Parzival-Studien, 1947, S. 11–31.Google Scholar
  2. Peter Wapnewski, Wolframs Parzival, 1955, S. 15–27.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1962

Authors and Affiliations

  • Peter Wapnewski

There are no affiliations available

Personalised recommendations