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Die Klage

  • Peter Wapnewski
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Hartmanns erstes Werk läuft vielfach heute noch unter falschem Namen (›Büchlein‹). Das ist Schuld des bedeutenden Philologen Moriz Haupt. Da die berühmte Ambraser Handschrift (1502–1515 im Auftrage des Kaisers Maximilian durch den Bozener Zöllner Hans Ried geschrieben) eine Reihe von Dichtungen Hartmanns enthält, schlug Haupt dem Dichter auch eine zu, die ihm nicht gehört (wie später durch Saran und Kraus bewiesen wurde). Dieses anonyme Stück nennt sich zum Ende kleinez büechel. Damit hatte es seinen Namen: ›Büchlein‹ – und zwar wurde der Titel numeriert, da ein vergleichbares Stück in der Ambraser Handschrift vorausging, das demnach ›I. Büchlein‹ genannt wurde. Nachdem das ›Zweite Büchlein‹ als Epigonenarbeit entlarvt worden war, blieb dem echten Gedicht dennoch der entliehene Titel, wenn auch ohne Zahl. Hartmann selber nennt das Gedicht eine klage, und er fügt dem Titel den Namen des Autors hinzu: daz was von Owe Hartman, der ouch dirre klage began (v. 29/30). Mit klage ist nicht ein larmoyanter Inhalt beliebiger Art gemeint. Das Wort zielt auf eine Gattungsbezeichnung und übersetzt das französische complainte (<lat. planctus).

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Literatur

  1. Editionen: 1842 durch Moriz Haupt (zus. mit den Liedern, dem ›2. Büchlein‹ u. dem ›Armen Heinrich‹), 21881 durch Ernst Martin (ohne die Lieder). – 1867 durch Fedor Bech im 2. Teil seiner Gesamtausgabe derWerke Hartmanns von Aue, 4Nachdruck 1934 (zus. mit dem ›2. Büchlein‹, den Liedern, dem ›Gregorius‹ u. dem ›Armen Heinrich‹). – 1958 Auswahl durch Friedrich Maurer (der „in der Hauptsache“ Haupt folgt) in › Sammlung Göschen ‹, Bd 18. – 1968 durch Herta Zutt (zusammen mit dem ›z.Büchlein‹): diplomatischer Abdruck des Textes mit gegenübergestellter normalisierter Fassung.Google Scholar
  2. Franz Saran, Hartmann von Aue als Lyriker. 1889, S. 39–46, 89–94.Google Scholar
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  9. Ferner Sparnaay Bd I S. 52–62 und die erwähnten Literaturgeschichten, dort weitere Literatur.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1962

Authors and Affiliations

  • Peter Wapnewski

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