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Der Dichter: Name, Stand, Herkunft, Bildung

  • Peter Wapnewski
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Keine Urkunde nennt die großen Epiker des Mittelalters: nichtWolfram von Eschenbach, nicht Gottfried von Straßburg, nicht Chrestien de Troyes; und auch nicht Hartmann. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck der wesentlichen Tatsache, daß Kunst zu jener Zeit kein Eigenbereich mit autoritärem Anspruch war, sondern funktionales Element einer Gesellschaft, die Urkunden mit ihren resgestræ füllte und nicht mit der Rühmung von Künstlern. Um ein Bild zu erhalten von dem Schöpfer dieser Dichtung sind wir angewiesen auf offene oder verhüllte Selbstaussagen in seinen Versen, auf die Bekundungen durch Kunstgenossen in deren Versen. Hartmann, der naivste und korrekteste unter den drei Großen, macht diesen Weg zu seiner Person leichter als die anderen – ohne uns dennoch Gewißheit zu schenken. Er ist in der Beherrschung der Gattungen zugleich der Vielseitigste unter ihnen: seinWerk umfaßt sowohl Lieder als epische Großdichtung (die Artusromane ›Erek‹ und ›Iwein‹) als didaktische (›Klage‹) und erbaulich-novellistische Kleindichtung (›Gregorius‹, ›Der arme Heinrich‹).

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Literatur

  1. Die betr. Partien in den oben S. 2f. genannten allgemeinen Darstellungen, vor allem Sparnaay I, S. 9–18.Google Scholar

Zum Stand

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Zur Spracbe

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Zur Heimatbeatimmung

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1962

Authors and Affiliations

  • Peter Wapnewski

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