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Der Arme Heinrich

  • Peter Wapnewski
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

„Den Ekel gegen einen aussätzigen Herrn, für den sich das wackerste Mädchen aufopfert, wird man schwerlich los; wie denn durchaus ein Jahrhundert, wo die widerwärtigste Krankheit ineinemfort Motive zu leidenschaftlichen Liebes- und Ritterthaten reichen muß, uns mit Abscheu erfüllt.” So Goethe 1811 über den ›Armen Heinrich‹, „ein an und für sich betrachtet höchst schätzenswerthes Gedicht“, das ihm jedoch erwähnter Ursache halber „physisch-ästhetischen Schmerz“ erregte (WA Bd 36, S. 72–73). Irrt er hier? Sein Urteil konnte schon deshalb nicht gerecht sein, weil ihm die Erzählung lediglich in der miserablen ‘Modernisierung’ durch Johann Gustav Büsching (1810) bekannt war (die Jacob Grimm in den Heidelberger Jahrbüchern von 1812 bitter verdammte).

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Literatur

  1. Editionen: ihre Zahl von Myller (1784) bis zu Neumann (1959) ist so groß, daß sie hier nicht annähernd alle genannt werden können (und sie sind ihrerseits ein Beitrag zur Wirkungs-und Geschmacksgeschichte). Erwähnt seien die Ausgaben der Brüder Grimm (1815, mit schlichter, an den Märchenstil gemahnender Prosa-Übersetzung), Karl Lachmann (1829), Moriz Haupt (1842, 2. Aufl. bes. von Ernst MARTIN 1881), Fedor Bech (1867 im 2. Bd seiner Gesamtausgabe, 4Neudruck 1934), Karl Müllenhoff (1878), Friedrich Ranke (1943, mit der Übersetzung der Brüder Grimm), Friedrich Maurer (1958 als Bd 18 der ›Sammlung Göschen‹, mit einer Auswahl aus der ›Klage‹, dem ›Gregorius‹ und den Liedern), Friedrich Neumann (1959 als Nr 456 von Reclams Univ.-Bibl., mit der Übersetzung der Brüder Grimm), Helmut de Boor (1963 als Nr 84 der Exempla classica).Google Scholar
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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1962

Authors and Affiliations

  • Peter Wapnewski

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