Advertisement

Einleitung

  • Peter Wapnewski
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Diese knappe und präziseste Charakterisierung des Dichters Hartmann von Aue stammt von seinem großen Kunst- und Zeitgenossen Gottfried von Straßburg, und sie kennzeichnet in der Tat die hervorragendsten Eigenschaften und Verdienste des Gepriesenen (dessen Lob hier freilich um so strahlender glänzt, weil es sich absetzt gegen die schneidende Verurteilung dunkler Magie, wie sie Gottfried in der Dichtung des ungenannten Antipoden Wolfram verhöhnt und verwirft). Hartmann durchverwet, so setzt die Rühmung ein: er ist also ein colorator, ein Meister der ars rhetorica, der es versteht, mit Hilfe der colores rhetorici aus der Alltagsrede Dichtung zu machen, der sie durchzieret, dekoriert, mithin sich bewundernswert hervortut in der Beherrschung der Dichtungstechnik, wie sie im Trivium schulmäßig gelehrt wurde. Gottfried setzt hier be-wußt Gegensatzpaare. Dem uzen und dem innen entspricht worten und sinnen, und so wird das verwen wohl auch dem uzen und den worten, das zieren dem innen und den sinnen gelten. Weiter entspricht dann dem uzen die rede: sie fixiert, legt fest das innen, die meine, den sen (wie es die französischen Dichter der Zeit nennen): heute würde man von der ‘Aussage’ reden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur zu Hartmann und dem Ganzen Seines Werkes Literaturgeschichten

  1. Gustav Ehrismann, Geschichte der dt. Lit. bis zum Ausgang des Mittelalters. Tl II: Die mittelhochdt. Literatur II: Blütezeit, Erste Hälfte. 1927 (Nachdruck 1954), S. 141–212.Google Scholar
  2. Friedrich Vogt, Geschichte der mittelhochdt. Literatur. T1 I: Frühmittelhochdt. Zeit. Blütezeit I: Das höfische Epos bis zu Gottfried von Straßburg. 31922, S. 217–257.Google Scholar
  3. Hermann Schneider, Heldendichtung, Geistlichendichtung, Ritterdichtung. Neugestalt. u. verm. Ausgabe 1943, S. 280–293.Google Scholar
  4. Julius Schwietering, Die dt. Dichtung des Mittelalters. 1932/41, S. 150–160; unveränderter Neudruck 1957.Google Scholar
  5. Helmut de Boor, Geschichte der deutschen Literatur, z. Bd.: Die höfische Literatur. Vorbereitung, Blüte, Ausklang. 1170–1250. 81969, S. 67–84, 270–273.Google Scholar

Darstellungen

  1. Oskar Jänicke, Hartmann von Aue. In: ADB Bd i, 1875, S. 634 bis 636.Google Scholar
  2. Felix Piquet, Etudes sur Hartmann d’Aue. Paris 1898.Google Scholar
  3. Anton Erich Schöneach, Hartmann von Aue. Drei Bücher Untersuchungen. 1894.Google Scholar
  4. Hendricus Sparnaay, Hartmann von Aue. Studien zu einer Biographie. 2 Bdc. 1933, 1938. –Eine Reihe verstreuter, zum großen Teil Hartmann von Aue gewidmeter Aufsätze Sparnaays liegt gesammelt vor in der Festschrift: Prof. Dr. H. Sparnaay, Zur Sprache und Literatur des Mittelalters. Groningen 1961; dazu: Friedrich Neumann in AfdA 73, 1960/61, S. 63–80.Google Scholar
  5. Bertha Schwarz, Hartmann von Aue. In: Verf.Lex. II, 1936, Sp. 202–216 (unbrauchbar).Google Scholar
  6. Friedrich Maurer, Leid. Studien zur Bedeutungs- und Problemgeschichte, besonders in den großen Epen der staufischen Zeit. 1951, S. 39–69.Google Scholar
  7. Hugo Kuhn, Hartmann von Aue als Dichter. In: H. K., Text und Theorie. 1969, S. 167–181 (zuerst in DU 5, 1953, S. 11–27).Google Scholar
  8. Friedrich Neumann, Hartmann von Aue (Nachtrag). In: Verf.Lex. V. 1955, Sp. 322–331.Google Scholar
  9. Hans Eggers, Symmetrie und Proportion epischen Erzählens. Studien zur Kunstform Hartmanns von Aue. 1956.Google Scholar
  10. Friedrich Maurer, Hartmann von Aue. In: Die großen Deutschen. 21957. Bd 2, S. 48–56.Google Scholar
  11. Walther Ohly, Die heilsgeschichtliche Struktur der Epen Hartmanns von Aue, Diss. Berlin 1958. (Masch.)Google Scholar
  12. Ludwig Wolff, Hartmann von Aue. In: WW Jg. 9, 1959, S. 12–24.Google Scholar
  13. Kurt Ruii, Höfische Epik des deutschen Mittelalters. I: Von den Anfängen bis zu Hartmann von Aue. 1967, S. 102–160.Google Scholar
  14. Barbara Uhle, Das Todesproblem im dichterischen Werk Hartmanns von Aue, Diss. 1967.Google Scholar
  15. Manfred Koliwer, Untersuchungen zu den epischen Werken Hartmanns von Aue, Diss. Rostock 1968 (interessant wegen konsequenter Anwendung marxistischer Kategorien).Google Scholar
  16. Judith kusinitz liebmann, the narrative function of direct discourse in the epics of Hartmann von Aue, Diss. Yale Univ. 1969 (gründliche, nützliche und aufschlußreiche Arbeit).Google Scholar
  17. Margaret Fitzgerald Richey, ›Die edelen armen‹. A study of Hartmann von Aue. In: M. F. R., Essays on mediaval German poetry, 21969, S. 165–175.Google Scholar
  18. Eva-Maria Carne, Die Frauengestalten bei Hartmann von Aue. Ihre Bedeutung im Aufbau und Gehalt der Epen. 1970.Google Scholar
  19. Rolf Endres, Die Bedeutung von ›güete‹ und die Diesseitigkeit der Artusromane Hartmanns. In: DVjs. 44, 1970, S. 595–612.CrossRefGoogle Scholar
  20. Hans-Werner Eroms, ›Vreude‹ bei Hartmann von Aue. 1970.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1962

Authors and Affiliations

  • Peter Wapnewski

There are no affiliations available

Personalised recommendations