Advertisement

Seinsverständnis · Verstehen

  • Else Buddeberg

Zusammenfassung

Wir haben die Kette des »Wobei« im Umschlagen des letzten »Wozu« in ein »Worumwillen« losgelassen. Das »Worumwillen« erfaßt sie neu, um gleichsam in anderer Richtung an ihr zurückzugehen. Wenn der Hammer nicht ergriffen wird, um sich am Lärm des Hämmerns zu erfreuen, sondern um damit ein »Wozu-Dazu« zu bewirken, so bedeutet das: vorentdeckt ist immer die Bewandtnisganzheit — schlicht und einfach also das, was mit dem Hämmern letztlich bewerkstelligt werden will. Es ist das ein Etwas, das das Dasein immer schon verstanden haben muß; es reiht gemeinhin nicht ›empirisch‹ die einzelnen Phasen eines Werkvollzuges von ungefähr aneinander, um als überraschenden Erfolg ein Haus vor sich zu sehen, in das man dann vielleicht auch einzieht. Es ergibt sich die bedeutungsschwere Folgerung: »Zum Sein des Daseins gehört Seinsverständnis.« Wenn dieses Seinsverständnis immer schon bei jedem »Wozu-Dazu« des einfachsten Werkvollzuges nachzuweisen ist, so wird man es erst recht bei dem »primären Wozu« wiederfinden müssen, das in ein »Worumwillen« umgeschlagen ist. Dieses Verstehen, das das Dasein immer schon lebt, erweist sich also als das wichtigste Existenzial von In-der-Welt-sein. Dasein ist mit Welt immer schon in gewisser Weise vertraut.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1956

Authors and Affiliations

  • Else Buddeberg

There are no affiliations available

Personalised recommendations