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Goethes Glaube an das Dämonische

  • Walter Muschg

Zusammenfassung

Noch immer steht Goethe wie eine Sonne über der deutschen Literatur. Steht diese Sonne auch schon tief im Westen, so empfinden viele ihr Glanzwunder desto beglückender und ahnen den Verlust, den ihr Untergang bedeuten wird. Goethe ist der Dichter des Lichts, der erfüllten Ruhe, der kosmischen Harmonie. So liebte ihn Stifter, so rühmte Gottfried Keller den Eindruck seiner Werke: »Nur die Ruhe in der Bewegung hält die Welt und macht den Mann; die Welt ist innerlich ruhig und still, und so muß auch der Mann sein, der sie verstehen und als ein wirkender Teil von ihr sie widerspiegeln will. Ruhe zieht das Leben an, Unruhe verscheucht es; Gott hält sich mäuschenstill, darum bewegt sich die Welt um ihn.« Richard Wilhelm fand in Goethe die Ruhe der altchinesischen Weisen, ihr Aufgehobensein im unteilbaren Sinn der Welt, und verglich ihn mit Laotse. So steht ja auch bei Dschuang Dsi: »Das Herz des Berufenen ist stille; darum ist es der Spiegel von Himmel und Erde.«

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1958

Authors and Affiliations

  • Walter Muschg

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