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Einführung

  • Walter Johannes Schröder
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Unter der Bezeichnung ‚Spielmannsepik‘ faßt man heute im allgemeinen eine Gruppe von fünf erzählenden Versgedichten in mittelhochdeutscher Sprache zusammen, deren Originalfassungen sicher oder vermutlich in die zweite Hälfte des 12. Jhs gehören und die weder zur Heldensage noch zur geistlichen oder höfischen Epik gerechnet werden können, obwohl sie stofflich und thematisch mannigfach damit verknüpft sind. Es handelt sich um die Versepen von König Rother, Herzog Ernst, St. Oswald, Orendel, Salman und Morolf. Als gattungsbestimmendes Kriterium gilt meist der Stil der Werke (im weitesten Sinne). Man versteht darunter einen Komplex bevorzugter Motive, typischer Vorgänge und formelhafter Wendungen in der sprachlichen Darstellung, Mischung von Ernst und Scherz, bunte Fülle der Ereignisse, geringe Sorgfalt in Metrik und Reim, alles in allem eine gewisse Unbekümmertheit der Erzählweise, die mehr auf Unterhaltung und Belustigung des Publikums aus ist als auf künstlerische Form. Früher glaubte man daher, die Verfasser der (sämtlich anonymen) Werke in den Reihen der Spielleute suchen zu müssen, deren Lebensweise und Vortragsart man eine solche Darstellungsweise zutrauen konnte.

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5. Literatur

1. zum Spielmann

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  • Walter Johannes Schröder

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