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Die altenglisch-altsächsische Buchepik des 9.–11. Jhs

  • Klaus von See
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

§ 17.1. Die zweite große Gruppe stabreimender Dichtung neben der altnordischen ist die altenglisch-altsächsische. Beide Gruppen sind sehr verschiedene Wege gegangen: Während die anord. durchweg strophisch ist und zum kurzen, silbenzählenden Vers tendiert, entwickelt die aengl.-asächs. unter geistlichem Einfluß, speziell der spätantiken Bibeldichtung, einen breiten buchepischen Stil, der — von wenigen Ausnahmen abgesehen (§ 16.5) — durchweg unstrophisch ist, die Sätze oft über mehrere Langzeilen streckt und einen silbenreichen, aufgeschwellten Versbau fördert (§ 11.5). Etwas grundsätzlich Neues ist dabei freilich weder in dem einen noch in dem anderen Fall entstanden. Sicher ist wohl, daß Heusler den Gegensatz von Liedstil und Epenstil zu stark hervorgekehrt hat (§ 11.2): ebenso wie man die straff gebauten eddischen Lieder nicht aus dem Zusammenhang mit der gleichzeitigen skandinavischen Skaldendichtung lösen darf, ebenso darf man Finnsburglied und Hildebrandslied nicht von der gleichzeitigen westgermanischen Ependichtung des 8./9. Jhs trennen. Das altgermanisdie ‚klassisdie‘ Heldenlied, wie es im 4.–8. Jh. bei den Goten, Langobarden und Franken existiert haben mag, ist kaum nom zu erschließsen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1967

Authors and Affiliations

  • Klaus von See

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