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Auswanderungsfieber

  • Ingrid Schöberl
  • Günter Moltmann
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Zusammenfassung

Das Ansteigen der Auswandererzahlen in Südwestdeutsch¬land glich im Frühjahr 1817 einer Fieberkurve. Aus Württemberg hatten sich 1815, als noch Auswirkungen des Kriegsgeschehens die Freizügigkeit einschränkten, nur drei Personen zur Auswanderung nach Amerika abgemeldet; 1816 gab es 443 “legale” Amerikafahrer; in der ersten Hälfte des Jahres 1817 zogen rund 6000 fort in die Neue Welt. Die Zahlen der nach Rußland und Österreich-Ungarn Ziehenden, die noch höher lagen, verliefen in einer ähnlichen Kurve (vergleiche F. C. Huber, “Auswanderung und Auswanderungspolitik im Königreich Württemberg”, in Eugen von Philippovich, siehe Erläuterungen zu Dokument 5, Seite 235–236). In Baden hatte die Auswanderung gegen Ende des Jahres 1816 zwar schon zugenommen, wirkte aber noch nicht beunruhigend. In den ersten Monaten des Jahres 1817, bis etwa Mitte April, zogen hingegen 16 361 Menschen nach Amerika fort, 13 842 allein aus dem Dreisamkreis, dem Zentrum des badischen Exodus. Tausende folgten in den nächsten Wochen. Anfang Mai rechnete das Innenministerium in Karlsruhe mit 18000, fast einem Fünfzigstel der Gesamtbevölkerung des Landes (Übersicht vom 7. Mai im Generallandesarchiv Karlsruhe, Bestand 236, Faszikel 2871).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1979

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  • Ingrid Schöberl
  • Günter Moltmann

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