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Das ›Buch der Lieder‹ und die Tragödien

  • Manfred Windfuhr

Zusammenfassung

Ehe es zu dieser Entscheidung kam, arbeitete Heine bereits seit mehr als zehn Jahren auf literarischem Gebiet. Die beiden Prozesse — Berufsvorbereitung und dichterische Produktion — laufen eine Zeitlang nebeneinander her. Die Zeit des Studiums und die Jahre danach ermöglichten es Heine, den Schwerpunkt seiner Begabung zu erkunden und zu entwickeln. Am 18. Februar 1817 veröffentlichte er seine beiden ersten Gedichte in Hamburgs Wächter‹ unter der Überschrift ›Zwei Lieder der Minne‹, unterzeichnet mit ›Sy. Freudhold Riesenharf‹, Anagramm aus ›Harry Heine Düsseldorf‹1. Auch dem Kenner Heines wird es schwer fallen, den Verfasser am Stil der Gedichte zu ermitteln. Das zweite, ›Die Weihe‹, lautet folgendermaßen :

Einsam in der Waldkapelle, Vor dem Bild’ der Himmelsjungfrau, Lag ein frommer bleicher Knabe, Demuthsvoll dahingesunken.

O Madonna! laß mich ewig Hier auf die ser Schwelle knien, Wollest nimmer mich verstoßen In der Welt so kalt und sündig.

O Madonna! sonnig wallen Deines Hauptes Stralenlocken, Süßes Lächeln mild umspielet Deines Mundes heil’ge Rosen.

O Madonna! deine Augen Leuchten mir wie Sternenlichter, Lebensschifflein treibet irre, Sternlein leiten ewig sicher.

O Madonna! sonder Wanken Trug ich deine Schmerzenprüfung, Frommer Minne blind vertrauend, Glühend nur in deinen Gluten.

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Notizen

  1. 2.
    K. Schulte-Kemminghausen, Tagebuchaufzeichnungen des westfälischen Freiherrn Ludwig von Diepenbrock-Grüter über Heinrich Heine, in: Festschrift für Jost Trier, Meisenheim 1954, 296.Google Scholar
  2. 4.
    Die ältere Literatur bei E. Elster, Heines Werke, Leipzig 21925, I, 440 f.Google Scholar
  3. 6.
    L. de Chenier, Récherches historiques sur les Maures et historie de l’empire de Maroc, Paris 1787 und G.Pérez de Hita, Histoire chevaleresque des Maures de Grenade, Paris 1809.Google Scholar
  4. 8.
    Gespräche mit Heine, ed. H.H.Houben, Potsdam 1948, 85.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1969

Authors and Affiliations

  • Manfred Windfuhr

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