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Zusammenfassung

Seit dem Abschluß des Berichts (Januar 1968) sind einige der offenen Fragen, auf die teils andeutungsweise, teils nachdrücklich aufmerksam gemacht wurde, in der Forschung weiter erörtert worden, zeitlich gesehen im Grunde parallel zu dieser Übersicht. Solche Arbeiten sind hier im Zusammenhang vorzustellen. Die Auswahl derjenigen Studien, die das Thema des Berichts nur berühren, sucht sich an der Problemlage zu orientieren – Zeitroman und Bildungsroman, der Bildungsroman im 20. Jahrhundert sind die wichtigsten Aspekte, die dabei ins Spiel kommen. Aufgaben, die gelöst werden müßten, bleiben wiederum genug. Nachgetragen werden bei dieser Gelegenheit einige ältere, maschinenschriftlich vervielfältigte Dissertationen, die das Verzeichnis der Spezialuntersuchungen zum Bildungsroman vervollständigen mögen.

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Notizen

  1. 323.
    Johann Christoph Gottsched, Versuch einer Critischen Dichtkunst. 4. sehr verm. Aufl. Leipzig 1751 (Nachdruck Darmstadt 1962), S. 161.Google Scholar
  2. 325.
    Peter Hasubek, Der Zeitroman. Ein Romantypus des 19. Jahrhunderts. ZfdPh 87, 1968, S. 218–245.Google Scholar
  3. 332.
    Gerhard Kaiser, Realismusforschung ohne Realismusbegriff. DVjs. 43, 1969, S. 147–160; S. 160. Kaiser sagt einiges Kritische auch zu Ohls Anleihen bei Hegels ‘Ästhetik’, besonders zur impliziten Umdeutung von Hegels Begriff des »bewußten Symbols«. Man kann dem zustimmen, sofern die Stellung des Begriffs in Hegels Ästhetik und der philosophische Kontext dabei zu wenig berücksichtigt werden. Andrerseits ist ein e »Operationalisierung« vorgegebener Begriffe durchaus möglich; für die »Moderne« legt sie Hegels System selbst nahe, weil das »Ende der Kunst« innerhalb dieses Systems ein im Grunde offenes Problem ist. Die vollendete Aufhebung der Kunst in der Religion und schließlich der Philosophie verdeckt dieses Problem nur. Vgl. dazu : R. S. Lucas, Hegel und die Abstraktion. Ein Beitrag zur Problematik der modernen Kunst. DVjs. 38, 1964, S. 361–387.Google Scholar
  4. 335.
    Joseph Strelka, Goethes ‘Wilhelm Meister’ und der Roman des zwanzigsten Jahrhunderts GQ 41, 1968, S. 338–355.Google Scholar
  5. 336.
    M. Hahn, D. Schlenstedt, F.Wagner, Thesen zum deutschen Roman im 20. Jahrhundert. Weim. Beitr. 14, 1968, S. 30–103.Google Scholar
  6. 339.
    Dieter Schlenstedt, Zur deutschen Romanentwicklung im 20. Jahrhundert. Weim. Beitr. 14, 1958, S. 15–29.Google Scholar
  7. 341.
    Skizze zur Geschichte der deutschen Nationalliteratur von den Anfängen der deutschen Arbeiterbewegung bis zur Gegenwart. Weim. Beitr. 10, 1964, S. 644–812.Google Scholar
  8. 342.
    Walter Goder, Erziehungsproblem und Entwicklungsroman bei Flaubert, in der Beziehung auf Goethe. Diss. Tübingen 1951 (masch.). – Nicht zugänglich war mir der Aufsatz von G.B.Tennyson, The Bildungsroman in the nineteenth-century English literature. In: Medieval epic to the »epic theater« of Brecht. Ed. by Rosario P. Armato and John M. Spalek. Los Angeles 1968, S. 135–146. Zum englischen Bildungsroman vgl. auch die ältere Dissertation von Wagner (Anm. 115).Google Scholar
  9. 343.
    Wolfgang Linke, Die Arbeit in den Bildungsromanen des poetischen Realismus. Diss. Erlangen 1952 (masch.).Google Scholar
  10. 344.
    Vgl. dagegen die kritische Analyse der Struktur der Dingwelt und der Arbeit bei H.A. Glaser (Anm. 306).Google Scholar
  11. 345.
    Wie Ohl (Anm. 330) gezeigt hat, benutzt Raabe zur sentimentalen Überhöhung vollständig säkularisierter Inhalte im Bereich der Frau Claudine in der Katzenmühle (‘Abu Telfan’) konsequent biblische Sprache und Metaphorik. Auch diese Rhetorik des Schmerzes und des innerweltlichen Scheiterns ist ohne die empfindsame Erzähltradition wohl kaum richtig zu verstehen. Trotzdem mag man mit Ohl von der »Profanierung« religiöser Gehalte sprechen (S. 90).Google Scholar
  12. 347.
    Manfred Majstrak, Das Problem von Individuum und Gemeinschaft in den großen nachklassischen Bildungsromanen Stifters und Kellers. Diss. Bonn 1954 (masch.).Google Scholar
  13. 349.
    Röders Deutung des ‘Simplicissimus’ (»negiert die Möglichkeit des Erdenglücks überhaupt«, S. 32) verkennt allerdings den Gegenbild-Charakter mancher Passagen des Romans, die einen irdischen ordo sichtbar machen.Google Scholar
  14. 350.
    Arbo von Roeder, Dialektik von Fabel und Charakter. Formale Aspekte des Entwicklungsromans im neunzehnten Jahrhundert. Tübingen 1969 (Das wiss. Arbeitsbuch VI/7).Google Scholar
  15. 353.
    Strittmatter: Deutsches Schriftstellerlexikon. 4. erg. u. bearb. Aufl. Weimar 1963. Zitiert nach: Hans Peter Anderle, Mitteldeutsche Erzähler. Eine Studie mit Proben und Porträts. Köln 1965, S. 152. Marchwitza: Zitiert nach Marcel Reich-Ranicki, Literarisches Leben in Deutschland. Kommentare und Pamphlete. München 1965, S. 234.Google Scholar
  16. 354.
    Marcel Reich-Ranicki, Deutsche Literatur in West und Ost. Prosa seit 1945. München 1963, S. 453.Google Scholar
  17. 357.
    Fritz J.Raddatz, DDR-Literatur und marxistische Ästhetik. GR 43, 1968, S. 40–60; S. 52f.Google Scholar
  18. 358.
    Vgl. Gerhard Bauer, Die »Auflösung des anthropozentrischen Verhaltens« im modernen Roman. Dargestellt an Musils ‘Mann ohne Eigenschaften’. DVjs. 42, 1968, S. 677–701 = Sonderheft, S. 41–65. – Auch Bauer dient der Bildungsroman als Folie, von der sich der distanziert-eigenschaftslose »Charakter«, die Auflösung der Wirklichkeit in Reflexion und der Handlung in wechselseitig sich erhellende und spiegelnde Situationen bei Musil abheben. Die induktive Utopie einerseits, der »Möglichkeitscharakter« und die Raum-Substanz in den ‘Lehrjahren’ andrerseits bleiben unerwähnt.Google Scholar
  19. 359.
    Z.B. im Abschnitt ‘Historischer Roman und historisches Drama’ seines Buches ‘Der historische Roman’ (Anm. 85), der 1936/37 geschrieben wurde. Aufschlußreich sind auch Lukács’ Äußerungen zu den großen russischen Erzählern des 19. Jahrhunderts, besonders zu Tolstoi. Vom Tolstoi-Dostojewskij-Kapitel der ‘Theorie des Romans’ (Anm. 36) hat sich Lukács im Vorwort zur Neuauflage distanziert, indem er seine Ausführungen geschichtlich sieht. Mit Recht. Trotzdem lebt Tolstois Unmittelbarkeit in den Essays des späteren Lukács fort und beeinflußt ganz entscheidend das Realismus-Konzept der »tiefen« und »totalen« Widerspiegelung der Wirklichkeit. In der ‘Theorie’ hatte Lukács Tolstoi als romantisch-sentimentalischen Schriftsteller interpretiert – der Abschnitt hat im Inhaltsverzeichnis die Überschrift: ‘Tolstoi und das Hinausgehen über die gesellschaftlichen Formen des Lebens’.Google Scholar
  20. 360.
    Christa Wolf, Der geteilte Himmel. Roman. Reinbek 1968, S. 155 (zuerst erschienen 1963).Google Scholar
  21. 362.
    Peter Demetz kommentiert eine Passage aus Marx-Engels’ ‘Deutscher Ideologie’, in der vom »wirklichen Lebensprozeß« die Rede ist, folgendermaßen : »In Feuerbachscher Art erscheint der Mensch wieder ‘körperlich’ und ‘wirklich tätig’; sein Bewußtsein wird, wie Marx und Engels hervorheben, nicht allein vom ökonomischen Element, sondern vom ganzen, allesumfassenden, allesüberströmenden Prinzip des ‘Lebens’ geprägt, das wohl außer dem ökonomischen eine Fülle organischer Teilprozesse umfassen muß. Man glaubt sich fast in der Nachbarschaft der Lebensphilosophie.« (Marx, Engels und die Dichter. Ein Kapitel deutscher Literaturgeschichte. Frankfurt/M.–Berlin 1969, S. 70).Google Scholar
  22. 363.
    Hermann Kant, Die Aula. Roman. Frankfurt/M. 1968 (Fischer-Bücherei 931), S. 25 (zuerst erschienen 1966).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1969

Authors and Affiliations

  • Lothar Köhn

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