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Baal

  • Jürgen Hillesheim
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Zusammenfassung

»Ich will ein Stück schreiben über François Villon, der im XV. Jahrhundert in der Bretagne Mörder, Straßenräuber und Balladendichter war« (GBA 28, S. 45), schreibt B. im März 1918 an Caspar Neher und am 5.5. 1918 an Hans Otto Münsterer: »Baal frißt! Baal tanzt!! Baal verklärt sich!!!« (S. 51) und nennt damit den geplanten Titel des Stückes, das bereits wenige Tage nach diesem Brief in einer 1. Fassung abgeschlossen ist. Denn in einem Tagebucheintrag Otto Bezolds vom 21.5. 1918 ist die Rede davon, dass er am Wochenende zuvor den Text einer Sekretärin der Haindlschen Pa-pierfabriken, in der B.s Vater als Kaufmännischer Direktor angestellt war, diktiert habe, so dass das Typoskript bereits am 20.5. von B. und Bezold gemeinsam durchgesehen werden konnte. Damit ist die kurze Zeit zwischen konkreter Idee und 1. Fassung von B.s Drama abgesteckt, das nicht nur charakteristisch für B.s Werk ist (Frühwald, S. 33; Gellner, S. 75), sondern auch den Ausgangspunkt seines gesamten dramatischen Schaffens bildet. Alle späteren theatertheoretischen und -praktischen Positionen haben als Weiterentwicklung oder Negation jener ersten Konzeption zu gelten (Joost, S. 93).

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