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Der Hofmeister von Jacob Michael Reinhold Lenz

  • Jörg Wilhelm Joost
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Zusammenfassung

B.s Interesse an Jakob Michael Reinhold Lenz lässt sich bis zum Ende der 20er-Jahre zurückverfolgen (vgl. Kitchig, S. 18). Eine kritische Beschäftigung B.s mit dem Sturm-und-DrangAutor setzte aber erst Ende der 30er-Jahre ein, als B. im Exil den Sonettzyklus Studien verfasste (GBA 11, S. 267–273). Das vierte Sonett trägt den Titel Über das bürgerliche Trauerspiel »Der Hofmeister« von Lenz (S. 270f.) und würdigt Lenz als engagierten, für die Interessen der bürgerlichen Klasse Partei ergreifenden Autor: Die Gattungszuschreibung »Trauerspiel« im Titel und der Schlussvers, »Des Dichters Stimme bricht, wenn er’s erzählt«, verweisen dabei gleichermaßen auf die gesellschaftlichen Zustände im Deutschland des 18. Jh.s und auf die Haltung der Betroffenheit, die B. dem historischen Autor, und womöglich sich selber, unterstellt: »Gesellschaftspolitische Entwicklungen und literarische Gattung werden unmittelbar parallel gesehen« (Giese, S. 163) und im Vergleich der Zustände »hüben« (Deutschland) und »drüben« (Frankreich), die sich in Pierre Augustin Caron de Beaumarchais Komödie Le mariage de Figaro (1785; dt.: Die Hochzeit des Figaro) und in Lenz’ vermeintlichem Trauerspiel spiegeln, kritisch beurteilt.

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  • Jörg Wilhelm Joost

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