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Die Gewehre der Frau Carrar

  • Klaus Bohnen
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Zusammenfassung

Die Gewehre der Frau Carrar schrieben sich in einen auch für B. bislang einmaligen Zeitbezug ein und führten zu einem im Gesamtwerk recht ungewöhnlichen Resultat. Hintergrund des Stücks war der Spanische Bürgerkrieg, der — ausgelöst durch den Putsch General Francos und seiner Anhänger gegen die demokratisch gewählte republikanische Regierung im Juli 1936 — ein Europa erschütterte, dessen Demokratien durch den Faschismus in Italien und Deutschland und durch die Volksfrontregierung in Frankreich erheblich verunsichert worden waren. Es zeichnete sich eine wachsende ideologische Polarisierung zwischen dem kommunistischen Regime Stalins, der zeitgleich seine Macht durch die Moskauer Prozesse zu stärken suchte, und der nationalsozialistischen Diktatur Hitlers ab, dessen ›Erfolge‹ in der Bevölkerung überwiegend anerkannt wurden, deren Begleiterscheinung indes die Unterdrückung oder zwangsweise Exilierung der kritischen Intelligenz war. Der Bürgerkrieg in Spanien musste in dieser Situation als eine erste blutige Kulmination dieser Gegensätze erscheinen und zugleich bewusst machen, dass es hier nicht mehr nur um ideologische Divergenzen ging, sondern um die Frage von militärischer Macht und nacktem Überleben. Spanien wurde so für die sich überwiegend am Sozialismus orientierenden Intellektuellen zum Fanal, das indirekt jedoch auch eine befreiende Wirkung hatte: Die Mutlosigkeit der ersten Jahre nach 1933 (auch eine Folge der sozialen Unsicherheit der Exilierten), die sich nur durch den Hoffnungsschimmer eines schnellen Endes des nazistischen Regimes besänftigen ließ, schlug um in einen Aktivierungsdrang, der besonders einen Großteil der Literaten erfasste und der ihrer Arbeit ein neues, konkretes Ziel gab. Der Kampf gegen den sich ausbreitenden Faschismus begann sich zu organisieren.

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Literatur

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  • Klaus Bohnen

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