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Die Dreigroschenoper

  • Joachim Lucchesi
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Zusammenfassung

In B.s Œuvre ist Die Dreigroschenoper sein bekanntestes Werk. Unmittelbar nach ihrer Uraufführung wurde sie international zum treffendsten Ausdruck der 20er-Jahre in Berlin deklariert, zum Markenzeichen B.s und Kurt Weills sowie der zu Unrecht verklärten ›roaring twenties‹. Ihre Rezeptionsgeschichte ist ungleich anderen Stücken mit einer Aura des Legendären behaftet, die bis heute kolportiert wird. Diese besteht zum einen aus Verklärungen, Missverständnissen, Erinnerungslücken, zählebigen Anekdoten und (bis heute immer wieder) aufgeworfenen urheberrechtlichen Fragen. Zum anderen weist sie eine ungesicherte Quellenlage auf, die diametral zur intensiven Aufführungspraxis steht, denn Die Dreigroschenoper zählt weltweit in der Statistik zu den meistgespielten Stücken überhaupt. Ihr musikalisches ›Logo‹, Die Moritat von Mackie Messer, existiert inzwischen in über 200 verschiedenen Fassungen und reicht von der 1930 in Berlin entstandenen Schallplattenaufnahme mit dem singenden B. bis zum heutigen Werbetrailer für McDonald’s in den USA. Wenn es etwas gibt, mit dem B. im öffentlichen Bewusstsein assoziiert wird, dann ist es Die Dreigroschenoper. B. wusste dies, und so äußerte er skeptisch einige Jahre vor seinem Tod, er werde »in die Literatur eingehen als ein Mann, der den Vers geschrieben hat: ›Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.‹« (Mayer, S. 56).

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  • Joachim Lucchesi

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