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Leben Eduards des Zweiten von England

  • Jan Knopf
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Zusammenfassung

Im Rahmen seines Vertrags als Dramaturg und Regisseur mit den Münchener Kammerspielen vom Oktober 1922 hatte B. die Verpflichtung übernommen, Shakespeares Macbeth zu inszenieren. Da er sich für Shakespeare noch nicht reif genug sah, suchte er nach einem Ersatz. Lion Feuchtwanger, der während seiner Arbeit an Jud Süß (1922) auf Christopher Marlowes The Troublesome Raigne and Lamentable Death of Edward the Second, King of England, with the Tragical Fall of Proud Mortimer (1592) aufmerksam geworden war, schlug B. vor, dieses Stück eines Zeitgenossen Shakespeares zu nehmen. Ihn habe dort das ›SichFallen-Lassen‹ der Helden beeindruckt, das er auch bei Jud Süß vorfinde, was B. offenbar überzeugte (vgl. Jeske/Zahn, S. 101). Da Feuchtwanger zugleich im respektlosen Umgang mit der Historie geübt war und überdies im Gegensatz zu B. vorzüglich Englisch beherrschte, vereinbarten beide eine gemeinsame Bearbeitung des Stücks von Marlowe, die »nötig« wurde, weil, wie B. in einer Notiz von Ende Juli 1925 rückblickend festhielt, er den Marlowe machen wollte »und er [der Marlowesche Text] nicht ausreichte« (GBA 26, S. 282). Die Bearbeitung begann offenbar unverzüglich, wurde aber immer wieder durch andere Projekte B.s unterbrochen.

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  • Jan Knopf

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