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Hannibal

  • Roland Jost
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Zusammenfassung

Das zwischen August und Oktober 1922 erarbeitete, auf 18 Szenen in fünf Akten geplante und Fragment gebliebene Stück Hannibal ist in der Gesamtheit des Materials erst in der GBA allgemein zugänglich (GBA 10, S.239–270; Kommentar ebd., S. 1057–1069), nachdem zu Lebzeiten B.s lediglich die erste Szene im Berliner Börsen-Courier veröffentlicht wurde. B. wollte das Stück Grabbes 1922 inszenieren, wohl auch aus der Absicht heraus, dem im Zusammenhang mit der Dolchstoß-Legende nach 1918 auffällig häufig gespielten Stück eine Fassung zu geben, die sich gegen die Auffassung richten könnte, die ›Helden‹ des deutschen Heeres seien 1918 nur durch den ›unheldischen‹ Verrat der Heimatfront um den durchaus (noch) möglich gewesenen Sieg betrogen worden. Obwohl diese Inszenierung nicht stattfand, belegen eine Aufstellung von B.s Arbeitsvorhaben vom Juli 1924, in der Hannibal angeführt ist (vgl. GBA 26, S. 279), und ein Aufsatz von 1926 mit dem Titel Weniger Gips (GBA 21, S. 184–187), dass er das Interesse am Stoff nicht völlig aufgegeben hatte. Mit diesem Aufsatz reagierte Brecht auf die Inszenierung des Grabbe-Stücks durch Leopold Jessner (18. 10. 1925 im Staatstheater Berlin) spöttelnd: »Es ist harmlos. Es ist Weltanschauung als Kunstgewerbe, und es ist nicht monumental.« (S. 186)

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Literatur

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  • Roland Jost

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