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Eine besondere Epoche in der Kunstgeschichte

  • Ulrich Tadday

Zusammenfassung

Wenn Schumann Franz Schubert „von romantischen Geschichten, Rittern, Mädchen und Abenteuern“ [74] erzählen läßt und Julius Benedicts fehlende „poetische Auffassung“ durch „die Romantik des Ortes, aus dem uns so alte Jahrhunderte anreden“ [56], ersetzt, dann gebraucht er den „Romantik“-Begriff nicht nur in einem trivialliterarischen oder landschaftsästhetischen, sondern auch in einem kulturhistorischen Sinn. Sowohl der phantastische Abenteuer- und Ritterroman als auch die Kathedrale Notre Dame zu Paris werden von Schumann als kulturgeschichtliche Zeugen eines Zeitalters zitiert, das spätestens seit der Mitte des 18. Jahrhunderts „romantisch“ heißt: das Mittelalter.

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Anmerkungen zu Kapitel 3

  1. 1.
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  2. 2.
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  4. 4.
    Burkhart Steinwachs, „Der Wandel des Mittelalterbildes zwischen aufklärerisch-kulturkritischer Mediävistik und christlich-romantischer Poetisierung des Mittelalters“, In: Burkhart Steinwachs, Epochenbewußtsein und Kunsterfahrung, Studien zur geschichtsphilosophischen Ästhetik an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland, München: Fink, 1986, S. 112. —Google Scholar
  5. S. Markus Schwering, „Romantische Geschichtsauffassung — Mittelalterbild und Europagedanke“, In: Romantik-Handbuch, Hrsg. v. Helmut Schanze, Stuttgart: Kröner, 1994, S. 545: „Unzutreffend ist auch — angesichts der Fülle von Dokumenten einer vorromantischen Rezeption — die Vorstellung, die Romantik habe das Mittelalter »wiederentdeckt«.“Google Scholar
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    Silvio Vietta, „Romantik und Renaissance — Einleitung“, In: Romantik und Renaissance, Die Rezeption der italienischen Renaissance in der deutschen Romantik, Hrsg. v. Silvio Vietta, Stuttgart und Weimar: Metzler, 1994, S. 1 f.: „Seltsam genug, daß nach der Geburt des Begriffs [»Renaissance« in Deutschland um 1860] gleichwohl die Romantikforschung beinahe stereotyp mit einem anderen Epochenbegriff weiterarbeitete: dem des Mittelalters. Schlagwortartig hatte schon Heinrich Heine in seiner polemischen Schrift »Die romantische Schule« von 1836 jene Epoche, der er doch so viel, nicht zuletzt seinen eigenen ironischen Umgang mit der Literatur- und Kulturgeschichte selbst, verdankte, auf die Formel reduziert, sie, die »Romantische Schule« in Deutschland, bedeute nicht viel anderes als »Wiedererweckung der Poesie des Mittelalters« und Verbreitung der »kristkatholischen Weltansicht«. Seitdem und bis in jüngste germanistische Publikationen durchzieht die Rede von der romantischen Idealisierung des Mittelalters die Romantikforschung und dies nicht nur im Zusammenhang mit Novalis‘ Rede über Europa im christlichen Mittelalter, sondern gerade auch in bezug auf jene Texte der Romantik, in denen Renaissancemaler wie Dürer, Raffael, Michelangelo, Leonardo behandelt werden. Die Wackenroder-Forschung liefert Beispiele dafür in Fülle und dies bis in die jüngste Zeit. Der undifferenzierte pauschale Begriff des Mittelalters stand somit lange Zeit der Aufarbeitung der differenzierten Beziehung der Romantik zur Epoche der Renaissance geradezu im Wege.“Google Scholar
  7. 6.
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  10. S. Uwe Neddermeyer, Das Mittelalter in der deutschen Historiographie vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, Geschichtsgliederung und Epochenverständnis in der frühen Neuzeit, Köln und Wien: Böhlau, 1988, S. 101 ff. —Google Scholar
  11. Dieter Mertens, „Mittelalterbilder in der frühen Neuzeit“, In: Die Deutschen und ihr Mittelalter, Themen und Funktionen moderner Geschichtsbilder vom Mittelalter, Hrsg. v. Gerd Althoff, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1992, S. 30 f.: „Dagegen handelt es sich bei der Trias der Großperioden Altertum-Mittelalter-Neuzeit, seit sie zur Gliederung der Universalgeschichte verwendet wurde, um formale, nicht um inhaltliche Bestimmungen. Sie bezeichnen nicht die Individualität von Zeitaltern, sondern markieren den zeitlichen Abstand vom Betrachter. Die Einteilung der Geschichte in diese drei Großperioden ist denn auch kein Produkt des späten 18. und 19. Jahrhunderts; sie ist übernommen, dann aber geläufig gemacht und in bezeichnender Weise verändert worden … Die Einteilung der Geschichte des europäischen Kulturkreises, schließlich gar der Universalgeschichte in die drei großen Perioden Altertum-Mittelalter-Neuzeit ist eine Leistung der ersten drei frühneuzeitlichen Jahrhunderte. In der Zeit vom Humanismus bis zur Aufklärung wurde das Dreierschema entwickelt und schließlich im 18. Jahrhundert gegen andere, bis dahin vorherrschende Einteilungen der Geschichte durchgesetzt … Mit der allmählichen Ausbildung und Etablierung der Perioden-Trias in der Frühen Neuzeit und mit ihr der emphatischen Selbstdefinition der Neuzeit wurde das Mittelalter — unser heutiges Mittelalter — geschaffen“.Google Scholar
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  13. 10.
    Burkhart Steinwachs, „Der Wandel des Mittelalterbildes zwischen aufklärerisch-kulturkritischer Mediävistik und christlich-romantischer Poetisierung des Mittelalters“, In: Burkhart Steinwachs, Epochenbewußtsein und Kunsterfahrung, Studien zur geschichtsphilosophischen Ästhetik an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland, München: Fink, 1986, S. 112 f.Google Scholar
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    Ernst Behler, „Gesellschaftskritische Motive in der romantischen Zuwendung zum Mittelalter“, In: Das Weiterleben des Mittelalters in der deutschen Literatur, Hrsg. v. James F. Poag und Gerhild Scholz-Williams, Königstein/Ts: Athenäum, 1983, S. 51.Google Scholar
  16. 15.
    Wilhelm Heinrich Wackenroder, „Das merkwürdige musikalische Leben des Tonkünstlers Joseph Berglinger, In zwey Hauptstücken“, In: Wilhelm Heinrich Wackenroder, Sämtliche Werke und Briefe, Historisch-kritische Ausgabe, Hrsg. v. Silvio Vietta und Richard Littlejohns, 2 Bde., Bd. 1, Heidelberg: Carl Winter, 1991, S. 130 ff.Google Scholar
  17. 16.
    Hans Heinrich Eggebrecht, Musik im Abendland, Prozesse und Stationen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991, S. 592 ff.Google Scholar
  18. 18.
    Hans Heinrich Eggebrecht, Musik im Abendland, Prozesse und Stationen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1991, S. 612.Google Scholar
  19. 19.
    Peter Rummenhöller, Romantik in der Musik, Analysen, Portraits, Reflexionen, Kassel [u.a.]: Bärenreiter, dtv, 1989, S. 13.Google Scholar
  20. 21.
    Z.B. Gerhard Dietel, »Eine neue poetische Zeit«, Musikanschauung und stilistische Tendenzen im Klavierwerk Robert Schumanns, Kassel [u.a.]: Bärenreiter, 1989.Google Scholar
  21. 22.
    Robert Schumann, „Zur Eröffnung des Jahrganges 1835“, In: Robert Schumann, Gesammelte Schriften über Musik und Musiker, 2 Bde., Bd. 1, Hrsg. v. Gerd Nauhaus, Reprint der Ausgabe Leipzig 1854, Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1985, S. 60. —Google Scholar
  22. Diese Fassung wurde von Kreisig mit Änderung der Interpunktion übernommen, s. Robert Schumann, „7. Zur Eröffnung des Jahrganges 1835“, In: Gesammelte Schriften über Musik und Musiker von Robert Schumann, Hrsg. v. Martin Kreisig, 5. Aufl., 2 Bde., Bd. 1, Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1914, S. 37 f.: „In der kurzen Zeit unseres Wirkens haben wir mancherlei Erfahrungen gemacht. Unsere Gesinnung war vorweg festgestellt. Sie ist einfach, und diese: an die alte Zeit und ihre Werke mit allem Nachdruck zu erinnern, darauf aufmerksam zu machen, wie nur an so reinem Quelle neue Kunstschönheiten gekräftigt werden können, — sodann die letzte Vergangenheit [die nur auf Steigerung äußerlicher Virtuosität ausging] als eine unkünstlerische zu bekämpfen, — endlich eine neue poetische Zeit vorzubereiten, beschleunigen zu helfen.“Google Scholar
  23. 23.
    Brief an Pastor Dr. Keferstein in Jena v. 08.07.1834, Robert Schumanns Briefe, Neue Folge, Hrsg. v. F. Gustav Jansen, Zweite vermehrte und verbesserte Auflage, Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1904, S. 50, Nr. 42.Google Scholar
  24. 24.
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  25. Hoplit [Pseud. Richard Pohl], „Betrachtungen über die Gegenwart und die Gesammtkunst der Zukunft“, In: Neue Zeitschrift für Musik, 41 (1854), S. 25 ff.Google Scholar
  26. 26.
    Dieser Brief wurde zuerst veröffentlicht von F. G. Jansen, „Ein unbekannter Brief von Robert Schumann“, In: Die Musik, 5 (1905/1906) 4, S. 110–112. —Google Scholar
  27. Siehe dazu Wolfgang Boetticher, „Das ungeschriebene Oratorium »Luther« von Robert Schumann und sein Textdichter Richard Pohl“, In: Beiträge zur Geschichte des Oratoriums seit Händel, Festschrift Günther Massenkeil zum 60. Geburtstag, Hrsg. v. Rainer Cadenbach und Helmut Loos, Bonn: Voggenreiter, 1986, S. 297–307. — Letzter Nachdruck des Briefes in: Schumann and his World, Hrsg. v. R. Larry Todd, Princeton: University Press, 1994, S. 261 ff. — In seiner Schrift: Das Karlsruher Musikfest im October 1853, Leipzig: Hinze, 1853, hatte Richard Pohl Franz Liszt, der das Karlsruher Musikfest geleitet hatte, als „genialen Vorkämpfer der Musik der Neuzeit“ (S. 7) gerühmt und Richard Wagners Opern „Tannhäuser“ und „Lohengrin“, die „Schumann auf dramatischen Gebiete weit überragen“ (S. 55), als zukunftsweisend bezeichnet. Im Gegensatz zu Wagner sei Schumann „viel zu subjectiver Natur, um durch ein reflektiertes Schaffen erfolgreich werden zu können“ (S. 53).Google Scholar
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    Reinhart Kosellek, „Moderne Sozialgeschichte und historische Zeiten“, In: Theorie der modernen Geschichtsschreibung, Hrsg. v. Pietro Rossi, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1987, S. 178. —Google Scholar
  29. Zu den Grundlagen der geschichtsphilosophischen Ästhetik s. Peter Szondi, Poetik und Geschichtsphilosophie I, Antike und Moderne in der Ästhetik der Goethezeit, Hegels Lehre von der Dichtung, Hrsg. v. Senat Met und Hans-Hagen Hildebrandt, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1974. —Google Scholar
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  32. Dietrich Naumann, Literaturtheorie und Geschichtsphilosophie, Teil 1: Aufklärung, Romantik, Idealismus, Stuttgart: Metzler, 1979. —Google Scholar
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    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Die Vernunft in der Geschichte, Hrsg. v. Johannes Hoffmeister, 5. Auflage, Hamburg: Meiner, 1955, S. 133: „Doch kann bei uns nicht wie bei den Griechen die Kunst die höchste Weise sein, in der das Wahre vorgestellt und gefaßt wird, und kann nur untergeordnete Stellung haben. Die Gestaltung, die nur durch die Kunst gegeben wird, hat für uns keine unbedingte Wahrheit, ist nicht die Form, in der das erschiene, was absolut ist. Die Gestaltung in der Kunst ist nur ein Endliches, ein dem unendlichen Inhalt, der dargestellt werden soll, Unangemessenes.“ —Google Scholar
  37. S. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, „Begrenzung der Ästhetik und Widerlegung einiger Einwürfe gegen die Philosophie der Kunst“, In: Vorlesungen über die Ästhetik I, Werke, 20 Bde., Bd. 13, Auf der Grundlage der Werke von 1832–1845 neu edierte Ausgabe, Hrsg. v. Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1994, S. 13 ff. —Google Scholar
  38. S. Friedrich Rapp, „Die List der Vernunft“, In: Friedrich Rapp, Fortschritt, Entwicklung und Sinngehalt einer philosophischen Idee, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1992, S. 192 ff.Google Scholar
  39. 30.
    Peter Rummenhöller, Romantik in der Musik, Analysen, Portraits, Reflexionen, Kassel [u. a.]: Bärenreiter, dtv, 1989, S. 18: „Nicht nur die Frühe und die Vergangenheit sind Ziel romantischer Sehnsucht; nicht nur ist die Gegenwart schmerzliche Erfahrung des Endlichen und Unzugänglichen sub specie der Unendlichkeit; der Romantiker kennt auch die Sehnsucht in die Zukunft. Sie erscheint als ersehnte Nicht-Wirklichkeit, als Utopie, die auf ein unendlich Ganzes, eine All-Einheit gerichtet ist. Es ist jener Gedanke an die in ferner Vergangenheit liegende universale Welteinheit, die — in der Gegenwart vermißt — im Kunstwerk als »Ganzheit« neu beschworen werden soll.“Google Scholar
  40. 31.
    Reinhold Brinkmann, „Einleitende Überlegungen über Veränderungen im neuen Frühromantikbild“, In: Die Aktualität der Frühromantik, Hrsg. v. Ernst Behler und Jochen Hörisch, Paderborn [u.a.]: Schöningh, 1987, S. 13 ff. —Google Scholar
  41. Der Aufsatz von Markus Schwering, „Romantische Geschichtsauffassung — Mittelalterbild und Europagedanke“, In: Romantik-Handbuch, Hrsg. v. Helmut Schanze, Stuttgart: Kröner, 1994, S. 543, spiegelt den „Paradigmenwechsel“ innerhalb der „Romantik“-Forschung in seiner Unentschiedenheit wider: „Mit dem spezifischen Zeitbewußtsein der Romantiker eng zusammen hängt die Übernahme und Aktualisierung der auch Herder und Schiller (Über naive und sentimentalische Dichtung (1795/96)) geläufigen geschichtsphilosophischen Denkfigur einer »historia tripartita«, deren normative Implikationen in der Tat eine wissenschaftlich-objektivierende Geschichtsbetrachtung im Ansatz hintertreiben müssen: Am Anfang steht eine paradiesische Existenzstufe der Menschheit, eine Zeit universeller Einheit und Harmonie aller Lebensbereiche, die je nachdem mit der Antike oder dem historischen Mittelalter identifiziert wird (…). Die Gegenwart erscheint demgegenüber als — freilich geschichts-notwendiges — Durchgangsstadium der Zerissenheit und Entzweiung. Die Revolution kann im Rahmen dieses Schemas entweder als Höhepunkt eines Zeitalters der »vollendeten Sündhaftigkeit« (Fichte) oder als Umschlagspunkt, als »Incitament« (F. Schlegel) der dritten Periode erneuter Vollendung und eines neuen, Geschichte im eigentlichen Sinn quasi aufhebenden Friedens wirken. Die Europavisionen der Romantiker lassen sich als Konkretionen dieser Utopie eines wiederkehrenden goldenen Zeitalters begreifen. Zuweilen nimmt sie Züge einer chiliastischen Naherwartung an, vorherrschend aber ist der aus der Aufklärung übernommene Gedanke einer »unendlichen Perfektibilität«“.Google Scholar
  42. 32.
    Manfred Frank, Der kommende Gott, Vorlesungen über die Neue Mythologie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1982. —Google Scholar
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  45. Karl Heinz Bohrer (Hg.), Mythos und Moderne, Begriff und Bild einer Rekonstruktion, Frankfurt a. M., 1983. —Google Scholar
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    Ludwig Marcuse, „Reaktionäre und progressive Romantik“, In: A Journal Devoted to the Study of German Language and Literature, Vol. XLIV, Nr. 1/1952, S. 195–201,Google Scholar
  55. Zit. n. Ludwig Marcuse, „Reaktionäre und progressive Romantik“, In: Begriffsbestimmung der Romantik, Hrsg. v. Helmut Prang, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1968, S. 381.Google Scholar
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    August Wilhelm Schlegel, Vorlesungen über schöne Literatur und Kunst, Kritische Ausgabe der Vorlesungen, Bd. 1, Hrsg. v. Ernst Behler in Zusammenarbeit mit Frank Jolies, Paderborn, München, Wien, Zürich, 1989, S. 188 ff.Google Scholar
  57. 42.
    Hans Robert Jauss, Ästhetische Normen und geschichtliche Reflexion in der »Querelle des Ancien et Modernes«, München: Eidos, 1973, S. 27.Google Scholar
  58. 43.
    Giambattista Vico, Die neue Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur der Völker, Nach der Ausgabe von 1744, Übersetzt und eingeleitet von E. Auerbach, Berlin und Leipzig, 1925. —Google Scholar
  59. S. Burkhart Steinwachs, „Die Grundlegung des geschichtsphilosophischen Epochenbegriffs, Giambattista Vico, Die neue Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur der Völker (1721/1744)“, In: Burkhart Steinwachs, Epochenbewußtsein und Kunsterfahrung, Studien zur geschichtsphilosophischen Ästhetik an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland, München: Fink, 1986, S. 27 ff.Google Scholar
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  61. S. Willi Oelmüller, Friedrich Theodor Vischer und das Problem der nachhegelschen Ästhetik, Stuttgart: Kohlhammer, 1959.Google Scholar
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    Ernst Behler, Unendliche Perfektibilität, Europäische Romantik und Französische Revolution, Paderborn [u.a.]: Schöningh, 1989, S. 14.Google Scholar
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    Johann Gottfried Herder, Sämtliche Werke, Hrsg. v. Bernhard Suphan, 33 Bde., Bd. 5, Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit, Beytrag zu vielen Beyträgen des Jahrhunderts, 1774, Nachdruck der Ausgabe Berlin 1891, Hildesheim: Olms, 1967, S. 509.Google Scholar
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    Johann Gottfried Herder, Sämtliche Werke, Hrsg. v. Bernhard Suphan, 33 Bde., Bd. 18, Briefe zur Beförderung der Humanität, 1796, Nachdruck der Ausgabe Berlin 1883, Hildesheim: Olms, 1967, S.137.Google Scholar
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    Friedrich Schiller, Fragmente aus Schillers ästhetischen Vorlesungen, In: Schillers Werke, Nationalausgabe, Bd. 21: Philosophische Schriften II, Hrsg. v. Benno von Wiese unter Mitwirkung von Helmut Koopmann, Weimar: Böhlaus Nachfolger, 1963, S. 83.Google Scholar
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  77. Eine Reflexion auf die Goethe Maxime findet sich selbst noch in einem Brief Gustav Mahlers an Arnold Berliner vom 10.7.1894, abgedruckt in: Gustav Mahler, Briefe, Neuausgabe erweitert und revidiert von Herta Blaukopf, Wien und Hamburg: Zsolnay, 1982, S. 114: „Eben lese ich, lieber Berliner, in Eckermann folgende Worte Goethes, welche ich Ihnen in Erinnerung an unsere damalige nächtliche Exkursion in die Aesthetik mitteilen muß. Goethe »über die Bedeutung der Beziehung von classisch und romantisch, das Classische nenne ich das Gesunde, und das Romantische das Kranke. — Das meiste Neuere ist nicht romantisch, weil es neu, sondern weil es schwach, kränklich und krank ist, und das Alte ist nicht classisch, weil es alt, sondern weil es stark, frisch, froh und gesund ist. — Wenn wir nach solchen Qualitäten Classisches und Romantisches unterscheiden, so werden wir bald im Reinen sein.« Eckermanns Gespräche II. Teil, Seite 63 (Brockhaus 76). Die innere Berührung meiner Ausführung mit den Goethischen dürfte in die Augen fallen. — Jedenfalls etwas anderes als die nur Ekel erregende Platitude des Konversationslexikons. —“Google Scholar
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    Ernst Behler, Unendliche Perfektibilität, Europäische Romantik und Französische Revolution, Paderborn [u.a.]: Schöningh, 1989, S. 295 ff.Google Scholar
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    Jean Paul, Vorschule der Ästhetik, IV. Programm Über die griechische oder plastische Dichtkunst, § 16 Die Griechen, V Programm Über die romantische Dichtkunst, § 21 Das Verhältnis der Griechen und der Neuern, Hrsg. v. Norbert Miller, Studienausgabe, München: Hanser, 1974, S. 67 und 85.Google Scholar
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    S. Peter Rummenhöller, Romantik in der Musik. Analysen, Portraits, Reflexionen, Kassel [u. a.]: Bärenreiter, dtv, 1989, S. 22 f. — Rummenhöllers Behauptung, Hegels Interpretation habe der Musik als einer „romantischen“ Kunst die ästhetisch-philosophische Basis gegeben, Hegel hätte der Musik die philosophische Würde der „romantischsten“ Kunst verliehen, unterschlägt den geschichtsphilosophischen Überbau der Hegeischen Ästhetik.Google Scholar
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    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik I, In: Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Werke, 20 Bde., Bd. 13, Auf der Grundlage der Werke von 1832–1845 neu edierte Ausgabe, Hrsg. v. Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1994, S. 139.Google Scholar
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    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik II, In: Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Werke, 20 Bde., Bd. 14, Auf der Grundlage der Werke von 1832–1845 neu edierte Ausgabe, Hrsg. v. Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1995, S. 128 f.Google Scholar
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    Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Ästhetik III, In: Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Werke, 20 Bde., Bd. 15, Auf der Grundlage der Werke von 1832–1845 neu edierte Ausgabe, Hrsg. v. Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1996, S. 15 f.Google Scholar
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    E. T. A. Hoffmann, „Grande Sonate pour le Pianoforte à quatre mains comp. — par Fréd. Schneider, Oeuv. 29, à Leipzig, chez A. Kühnel“, In: Dichtungen und Schriften sowie Briefe und Tagebücher, Gesamtausgabe, Hrsg. v. Walther Harich, 15 Bde., Bd. 12: Die Schriften über Musik, Weimar: Lichtenstein, 1924, S. 325 f. — E. T. A. Hoffmann, Schriften zur Musik, Aufsätze und Rezensionen, S. 197, schreibt 1814: „Von regem, blitzendem Aufflackern eines genialen Humors, wie etwa in Beethovenscher Musik, wo es in den eignen, überraschenden Modulationen, in dem originellen Thematisieren, so wie in den oft bis ins höchst Abenteuerliche und Bizarre herüberspielenden Figuren hervorleuchtet — ist in dem vorliegenden Werk nicht die Rede.“Google Scholar
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    E. T. A. Hoffmann, „Alte und neue Kirchenmusik“, In: Dichtungen und Schriften sowie Briefe und Tagebücher, Gesamtausgabe, Hrsg. v. Walther Harich, 15 Bde., Bd. 12: Die Schriften über Musik, Weimar: Lichtenstein, 1924, S. 28. — E. T. A. Hoffmann, Schriften zur Musik, Aufsätze und Rezensionen, S. 211.Google Scholar
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    Gustav Schilling, Geschichte der heutigen oder modernen Musik, In Ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Welt- und Völkergeschichte, Karlsruhe: Gross, 1841, S. 13.Google Scholar
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    Diese Auffassung herrscht in der Schumann Forschung vor; z.B. Winfried Seyfarth, Musikhistorische Untersuchungen zu Schumanns vokalsinfonischen Werken »Das Paradies und die Peri«, »Szenen aus Goethes Faust«, »Manfred« und »Der Rose Pilgerfahrt«, Ein Beitrag zur kritisch-schöpferischen Erbeaneignung, Diss. (A), Zwickau, 1979, S. 58. — Dietmar Hiller, „Schumanns Romantikauffassung und die Rolle der musikalischen Gattungen“, In: Robert-Schumann-Tage 1984, 9. Wissenschaftliche Arbeitstagung zu Fragen der Schumann-Forschung in Zwickau, Hrsg. v. Rat des Bezirkes Karl-Marx-Stadt, Abteilung Kultur, o.O. und o.J., S. 14.Google Scholar
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    Robert Schumann, „Ferdinand Hiller. I.“, In: Gesammelte Schriften über Musik und Musiker von Robert Schumann, Hrsg. v. Martin Kreisig, 2 Bde., Bd. 1, 5. Auflage, mit den durchgesehenen Nachträgen und Erläuterungen zur 4. Auflage und weiteren, Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1914, S. 42 f. — Die in [] gesetzten bzw. ausgesparten Textstellen wurden von Robert Schumann bei der Herausgabe der Gesammelten Schriften gestrichen.Google Scholar
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    Bernhard R. Appel, „Robert Schumann und der provençalische Ton“, In: Schumanns Werke — Text und Interpretation, 16 Studien, Hrsg. v. der Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf durch Akio Mayeda und Klaus Wolfgang Niemöller, Mainz [u.a.]: Schott, 1987, S. 167 f.: „1. Als Abbreviatur steht das Provençalische für die geschichts-philosophische Konstruktion ein, daß zu einem historisch nur ungenau bestimmten »mittelalterlichen«, eben »provençalischen« Zeitpunkt, Sprache und Musik zu einer höheren poetischen Einheit verschmolzen gewesen seien, einer Einheit, die angesichts der gegenwärtigen Spaltung in Dichtkunst und Musik, nur noch anhand starker Affinitäten zwischen beiden Schwesterkünsten erahnt werden könne“.Google Scholar
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    Bernhard R. Appel, R. Schumanns Humoreske für Klavier op. 20, Zum musikalischen Humor in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung des Formproblems, Saarbrücken, 1981, S. 168.Google Scholar
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    Raphael Georg Kiesewetter, Geschichte der europeisch-abendlaendischen oder unserer heutigen Musik, Darstellung ihres Ursprunges, ihres Wachsthumes und ihrer stufenweisen Entwicklung, Von dem ersten Jahrhundert des Christenthums bis auf unsre Zeit, 2. Auflage, Leipzig: Breitkopf & Härtel. 1846, S. 99 f.Google Scholar
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    Im sogenannten „Lektürebüchlein“ notiert Schumann: „Musikalische Studien Jahr 1847. Kiesewetter‘s Geschichte d. Musik“, Zit. n. Gerd Nauhaus, „Schumanns Lektürebüchlein“, In: Robert Schumann und die Dichter, Ein Musiker als Leser, Katalog zur Ausstellung des Heinrich-Heine-Instituts in Verbindung mit dem Robert-Schumann-Haus in Zwickau und der Robert-Schumann-Forschungsstelle e.V. in Düsseldorf, bearbeitet von Bernhard R. Appel und Inge Hermstrüwer, Düsseldorf: Droste, 1991. S. 83. —Google Scholar
  116. Freilich steht Kiesewetter in der historiographischen Tradition der Aufklärung, worauf Bernhard Meier, „Zur Musikhistoriographie des 19. Jahrhunderts“, In: Die Ausbreitung des Historismus über die Musik, Aufsätze und Diskussionen, Hrsg. v. Walter Wiora, Regensburg: Bosse, 1969, S. 176, hingewiesen hat: „Kiesewetters Geschichtsbild erweist sich gerade durch diese personalistische und auf absolute Harmonisierung verzichtende Betrachtungsweise als verwurzelt vor jener »denkwürdigen Durchdringung der Geisteswissenschaften mit dem idealistischen Weltbild« des frühen 19. Jahrhunderts, auf die Rothacker (a.a.O., passim, besonders 72 und 122 f.) als auf das bedeutsamste, vor allem durch Hegel bis heute nachwirkende Ereignis der neueren Wissenschaftsgeschichte verweist. Weder gelegentliche Metaphern aus dem Bereiche pflanzlichen Lebens noch die, wie Schnabel, 1 IV 24, und E. Preußner, MGG I, Sp. 817 f., nachweisen, bereits der Aufklärung eigene positive Schätzung des Volkstümlichen (als des Gesund-Verständigen) können uns deshalb das Recht verleihen, Kiesewetters Geschichtsschreibung der Romantik zuzuweisen.“Google Scholar
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    Zu Herder s. Robert Schumann, Tagebücher, Bd. I., 1827–1838, Hrsg. v. Georg Eismann, Leipzig: Deutscher Verlag für Musik, 1971, Basel und Frankfurt a. M.: Stroemfeld/Roter Stern, o.J., S. 157. —Google Scholar
  118. Zu Novalis s. Leander Hotaki, Robert Schumanns Mottosammlung, Übertragung, Kommentar, Einführung, Freiburg i. Br.: Rombach, 1998.Google Scholar
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    Bernhard R. Appel, „Robert Schumann als Leser“, In: Robert Schumann und die Dichter, Ein Musiker als Leser, Katalog zur Ausstellung des Heinrich-Heine-Instituts in Verbindung mit dem Robert-Schumann-Haus in Zwickau und der Robert-Schumann-Forschungsstelle e.V. in Düsseldorf, bearbeitet von Bernhard R. Appel und Inge Hermstrüwer, Düsseldorf: Droste, 1991. S. 13.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

  • Ulrich Tadday

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