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›Wer von der Sache nichts versteht, macht Theorie‹: Ein Topos der philologischen ›Curiositas‹

  • Nikolaus Wegmann
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Die Literaturwissenschaft gilt als schlecht konsolidierte Disziplin. Es fällt ihr schwer zu sagen, was sie ist oder was sie nicht ist, was sie wissen will und was nicht. Inzwischen erscheint zweifelhaft, ob sich das Fach überhaupt noch solchen Fragen stellen kann. Die Zeit ist vorbei, in der die Philosophie als erste Autorität anerkannt war und das Fach sich von der Ästhetik als Verbindung von Literatur (als Kunst), Erkenntnistheorie und Ethik hat soufflieren lassen.1 Das wuchernde Ineinander von Unter-, Neben- und Bindestrich-Wissenschaften belegt offensichtlich, daß es der Literaturwissenschaft an Profil und Richtungssinn fehlt. Jedenfalls sind nicht nur Außenstehende verunsichert: Hat das Fach eine ›reiche Vielfalt‹ oder versinkt es in ›bloßer Beliebigkeit‹?

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Literaturverzeichnis

  1. 2.
    Die Diagnose von der »Konfusion« in den Geisteswissenschaften findet sich bereits als Spiegel-Artikel, vgl. Johannes Saltzwedel: »Karneval der Ideen. In den Geisteswissenschaften machen sich Konfusion und Krisenstimmung breit […]«. In: Der Spiegel Nr. 11, 1998, S. 210–213: ›Curiositas‹-Probleme in der Wissenschaft werden Thema in einem Medium, für das Neuigkeiten normal sind.Google Scholar
  2. 4.
    Von der ersten Konferenz unter diesem Titel im September 1997 berichtet Michael Jeismann: »Im Suchbild«. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1.10.1997, S. N5.Google Scholar
  3. 5.
    Johann Georg Schlosser: Ueber Pedanterie und Pedanten. In: J. G. Sch.: Kleine Schriften. 5. Theil. Basel 1787. S. 261f., hier S. 261, zitiert nach: Rudolf Stichweh: Der frühmoderne Staat und die europäische Universität. Zur Interaktion von Politik und Erziehungssystem im Prozeß ihrer Ausdifferenzierung (16.–18. Jahrhundert). Frankfurt a.M. 1991, S. 154.Google Scholar
  4. 7.
    Alexander Kluge/Heiner Müller: »Ich schulde der Welt einen Toten«. Gespräche. Hamburg 1995, S. 13f.Google Scholar
  5. 10.
    Blumenberg hat in einem Nachtrag zu seiner Geschichte der ›Curiositas‹ diese aktuelle Form als »reflektierte« ›Curiositas‹ beschrieben. Erstes Problem sei nicht länger die Legitimität des Wissens, sondern seine im Ansturm des Neuen sich immer weiter verkürzende Verfallszeit — Hans Blumenberg: »Neugierde und Wissenstrieb. Supplemente zu Curiositas«. In: Archiv für Begriffsgeschichte 14 (1970), S. 7–40.Google Scholar
  6. 12.
    Das Problem wird auch dort verfehlt, wo man die eigenen Ansprüche an das Fach so weit zurücknimmt, bis man es auch selber als ›Hilfswissenschaft‹ klassifiziert, als (einzelner) Wissenschaftler sich jedoch davon ausnimmt und sich mit etwas anderem — in der Regel mit einer besser angesehenen Disziplin — identifiziert. Statt »nur die alten Schwächen einer grundwissenschaftlich dilettierenden Disziplin zu erneuern«, so ein Prospekt über die (alte) »künftige Germanistik«, soll(te) das Fach »seine Neubestimmung im Umkreis der Sozialwissenschaften finden« — Eberhard Lämmert: »Das Ende der Germanistik und ihre Zukunft«. In: Jürgen Kolbe (Hrsg.): Ansichten einer künftigen Germanistik. München 1969, S. 79–104, hier S. 94. Statt ›Sozialwissenschaften‹ kann man jetzt z.B. auch sagen: ›Systemtheorie‹.Google Scholar
  7. 14.
    Luhmann (Anm. 13), S. 2. Anschauungsmaterial gibt die Debatte: »Über das Neue in der Literaturwissenschaft«. In: Jb. der Deutschen Schillergesellschaft 38 (1994), S. 407–461.Google Scholar
  8. 15.
    So Niklas Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt a. M. 1990, S. 334.Google Scholar
  9. 16.
    »Die Einsicht in die Erfordernis einer solchen Metadisziplin, der Consensus hinsichtlich ihrer akuten Dringlichkeit, impliziert nicht das Geringste über ihre Möglichkeit« — Hans Blumenberg: Der Prozeß der theoretischen Neugierde (1966). Frankfurt a.M. 1973, S. 9.Google Scholar
  10. 20.
    Das Zitat kommt ohne weitere Erläuterung aus und wird in einer Parallel-Formulierung wiedergegeben: »Wer von der Sache nichts versteht, der spricht von der Methode« — Hermann G. Koechly: Zu seinem Hundertjährigen Geburtstage. Heidelberg 1874, S. 85.Google Scholar
  11. 21.
    Eine Vorgeschichte läßt sich möglicherweise im Kontext der Gelehrten-Schule finden. Schulbildung beruhte hier »von altersher auf dem Auswendiglernen und damit ständigen Parathaben des Stoffes« — Wolfgang Brückner: »Loci Communes als Denkform. Literarische Bildung und Volkstradition zwischen Humanismus und Historismus«. In: Daphnis 4 (1975), S. 1–12, hier S. 6. Vermutlich hat sich diese Korrelation von Sache (als Stoff) und situatives Zugreifen-Können dort durchgehalten, wo in der — vor allem mündlichen — wissenschaftlichen Kommunikation die Präsenz eines detail- und faktengetränkten Sachwissens gegen ein im Vergleich dazu schwerfälliges Theoriewissen ausgespielt wird.Google Scholar
  12. 22.
    Heribert Hilgers in einer Replik auf Karl Stackmann. In: Euphorion 65 (1971), S. 46.Google Scholar
  13. 23.
    Diese Wendung zum Gegensinn ist nicht erst im gegenwärtigen ›Zeitalter der Theorie‹ vollzogen worden. Ein erster Kontext war die Theologie und der Disput zwischen philosophisch-theologischer Spekulation und einem Offenbarungspositivismus: »Sich immer wider alle Theorien und Hypothesen sträuben, und von Thatsachen reden, nichts als von Thatsachen hören wollen, und sich gerade da am wenigsten nach Thatsachen umsehen, wo es am meisten ankommt.« Moses Mendelssohn verteidigt so die spekulative Interpretation — ohne die rhetorische Kraft von »Tatsache« der Gegenpartei überlassen zu wollen — M. M.: Jerusalem oder Über religiöse Macht und Judentum (1783), hier zitiert nach: Reinhart Staats: »Der theologiegeschichtliche Hintergrund des Begriffs ›Tatsache‹«. In: Zs. für Theologie und Kirche 70 (1973), S. 316–345, hier S. 342.Google Scholar
  14. 24.
    Die ›Enden der Theorie‹ sind bereits selber ein etabliertes Thema in der Theorie. Eine der ersten Monographien zu diesem Thema: David Carroll: Paraesthetics. Foucault. Lyotard. Derrida. New York/London 1987. Inzwischen zeichnet sich ein neues, auch theoretisch aufgeklärtes Interesses am ›Stoff‹ ab: Der Einsatz steht schon im Titel: Rembert Hüser: »Stoff geben«. In: VERSTÄRKER 1 (1996) (http://www.culture.hu-berlin.de/verstaerker/vs004). In Köln hat im Sommer 1998 ein Kongreß stattgefunden zum Thema: »STOFF. Diskussionsforum zu Material- und Themenwahl in Wissenschaft, Politik und Kunst.« Organisiert wurde er von Gerald Echterhoff und Michael Eggers außerhalb bzw. am Rande der Universität. Der Kongreß und alle Beiträge können jetzt online eingesehen werden in: VERSTÄRKER 4 (1999) (http://www.culture.hu-berlin.de/verstaerker/vss004). Die akademische Themenkonvention scheint für diesen anvisierten Bruch zu träge.Google Scholar
  15. 26.
    So die Linie der (Selbst-)Kritik, wie sie am prominentesten von Murray Krieger formuliert wird. Äußerer Beleg ist die institutionelle Anerkennung einer selbständig gewordenen Theorie: Aus ›Literary Criticism‹ (oder ›Comparative Literaturen‹) ist an einigen Departments ›Critical Theory‹ geworden, vgl. Murray Krieger: The Institution of Theory. Baltimore/London 1994.Google Scholar
  16. 27.
    Eine Richtung, in die es gehen könnte, wäre: ›Critical Theory‹ wird zu einem politischen Issue in den sog. ›PC Wars‹. Die Theorie-Kritik kritisiert wiederum Michael Sprinker: »The War against Theory«. In: Jeffrey Williams (Hrsg.): PC Wars. Politics and Theory in the Academy. London 1995, S. 149–171.Google Scholar
  17. 28.
    Allein die Dekonstruktion scheint als Literaturtheorie auf interne Grenzen der Theoretisierung eingestellt. Der »Widerstand der Theorie« wird zur Begründung für den Vorrang der Lektüre: Das Lesen ist die epistemologisch überlegene Operation, weil es zwischen theoretischer Abstraktion und Nachvollzug sprachlicher Strukturen (›Rhetorizität‹ oder ›Schrift‹) oszillieren kann; vgl. insbes. Paul de Man: »The Resistance to Theory« (1982). In: P. de M.: The Resistance to Theory. (Theory and History of Literature 33). Minneapolis 1986, S. 3–20. Eine Prüfung der im Fach kursierenden Theorien, die bereit ist, diesen auch ›etwas anzutun‹ — so J. Hillis Miller zum Theorie-Verständnis der Dekonstruktion -, ist hierzulande rar.Google Scholar
  18. 29.
    In seiner neuesten Auflage bewegt sich dieser alte Streit auf die hier verfolgte Themenstellung zu: In den USA steht der epistemologische Status (natur-)wissenschaftlicher Erkenntnis unter dem Druck einer Politisierung, die angeblich jede ›Tatsache‹ in die Diskursregeln einer Interpretationsgemeinschaft zurückverlegen will. Zum Stand der Debatte vgl. Paul Gross u. a. (Hrsg.): The Flight from Science and Reason. New York 1997.Google Scholar
  19. 30.
    Dokumentiert in: Theodor W. Adorno u.a.: Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Neuwied 1969.Google Scholar
  20. 32.
    Die fehlenden Argumente für diese Art der Zuordnung von »formaler Theorie der philologischen Wissenschaft« und »Materiale Disciplinen der Alterthumslehre« (so die Klassifikation in Boeckhs Fach-Enzyklopädie) werden durch das Layout bzw. eine durchlaufende Inhaltsnummerierung ersetzt. Das formale Organon bildet den »Ersten Haupttheil«, die Realien den »Zweiten«, und beide trennt und verbindet — eine weiße Seite — August Boeckh: Encyclopädie und Methodologie der philologischen Wissenschaften. Hrsg. von Ernst Bratuscheck. 2. Aufl. Leipzig 1886, S. 262.CrossRefGoogle Scholar
  21. 33.
    Daß diese Aufgliederung bereits im 17. Jahrhundert praktiziert worden ist, belegt Volker Hoffmann: Johann G. Hamanns Philologie. Hamanns Philologie zwischen enzyklopädischer Mikrologie und Hermeneutik. Stuttgart 1972.Google Scholar
  22. 34.
    Entsprechend gibt es jetzt nicht nur den Artikel ›Aphorismus‹, sondern auch einen zur ›Dekonstruktion‹. Die alte Unterscheidung zwischen ›Sache‹ und ›Begriff‹ wird durch die unverfänglichere Distinktion von »Sachbegriff« und »Eigennamen als Personalien« ersetzt — so das Reallexikon der deutschen Literaturwissenschschaft. Bd. 1 hrsg. von Klaus Weimar. Berlin/New York 1997: »Über das neue Reallexikon«, S. VIIf., hier S. VII. Dagegen das Diktum Adornos, der hier ungleiche Erkenntnismodi sieht: Zwischen Methodologie und »materialen Arbeiten« besteht »Diskontinuität« — Theodor W. Adorno: Negative Dialektik. Frankfurt a.M. 1970, S. 7.Google Scholar
  23. 35.
    Für Hegel war die unterkomplexe Organisation Grund zur Abwertung. Als bloßes »Aggregat von Kenntnissen« konnte die Philologie keine eigenständige Disziplin sein — Georg W. F. Hegel: Einleitung zur 1. Aufl. der Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften. (Hegel-Jubiläumsausgabe Bd. 6). Stuttgart 1968, § 10, S. 27.Google Scholar
  24. 36.
    »Topoi ermöglichen es, ›Sinn‹ nicht qua Referenz, sondern qua Reverenz herzustellen« — Markus Schäfer-Willenborg: »Form und Rhetorik«. In: Jürgen Fohrmann/Harro Müller (Hrsg.): Literaturwissenschaft. München 1995, S. 217–248, hier S. 239.Google Scholar
  25. 37.
    Max Horkheimer: Traditionale und Kritische Theorie. Frankfurt a. M. 1970, S. 48.Google Scholar
  26. 38.
    Immanuel Kant: »Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis«. In: I. K.: Werke in 10 Bänden. Hrsg. von Wilhelm Weischedel. Darmstadt 1975. Bd. 9, S. 127–172. Kant kommentiert als Philosoph in grundbegrifflicher Absicht. Gleichwohl registriert auch er die kommunikative Form seines Themas, wenn er davon spricht, daß dies ein Feld sei für »polemische Behandlung« (S. 134). Auch Kant selbst gerät in diesen Sog einer ›nur‹ polemischen Auseinandersetzung. So wird er von Mendelssohn kritisiert, weil er behauptet habe, den Gang der Menschheit als »Theorie« und »Hypothesen« erkannt zu haben. Mendelssohn setzt dagegen, daß alles ist, was es zu sein scheint: »schauet nur umher auf das, was wirklich geschieht«. Mendelssohn weiter: »Dieses ist Tatsache« (ebd., S. 166).Google Scholar
  27. 39.
    Dazu: Niklas Luhmann: »Soziologie des Wissens: Probleme ihrer theoretischen Konstruktion«. In: N. L.: Gesellschaftsstruktur und Semantik. Bd. 4. Frankfurt a.M. 1995, S. 151–180, hier S. 151.Google Scholar
  28. 40.
    Vgl. Reinhard Brandt: »Kant und das Schnabeltier. Der weltbekannte Sonderling watschelt auf dem Boden der Tatsachen«. (Rezension zu Umberto Eco). In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24.3.1998, S. L28.Google Scholar
  29. 41.
    Clifford Geertz: »›common sense‹ als kulturelles System«. In: C. G.: Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme. Frankfurt a. M. 1987, S. 261–288, hier S. 262.Google Scholar
  30. 46.
    Wilhelm Siegmund Teuffei: »Ueber die Hauptrichtungen in der heutigen classischen Alterthumswissenschaft«. (1858). In: W. S. T.: Studien und Charakteristiken zur griechischen und römischen sowie zur deutschen Literaturgeschichte. Leipzig 1871.Google Scholar
  31. 47.
    Vgl. Barbara Hermstein-Smith: »Belief and Resistance. A Symmetrical Account«. In: Critical Inquiry 18 (1991), S. 125–139. ›Informell‹ ist ein Wissen, das nicht nur die Existenz von »autonomously resistant objects« behauptet, sondern zugleich davon ausgeht, daß sich an diesen Objekten auch wissenschaftliche Wissensansprüche korrigieren lassen (müssen).CrossRefGoogle Scholar
  32. 48.
    Klassische Stelle ist Nietzsches Kritik an der ausdeutungswütigen Lektüre der Theologen als »Kunst des Schlecht-Lesens« — Friedrich Nietzsche: »Die Philologie des Christenthums«. In: F. N.: Morgenröthe. Gedanken über die moralischen Vorurtheile. (= F. N.: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, Bd. 3). München 1980, S. 79f.Google Scholar
  33. 51.
    Beispielsweise bei Paul de Man heißt es daher, daß über das bloße Zur-Kenntnis-Nehmen eine Rigorosität (»rigor«) hinzukommen muß. Generell gilt, daß einfaches Hinsehen keine Evidenz ergibt: »Instead of being self-explanatory, ostension is something that first of all has to be learned« — so Zdravko Radman: »On the Limits of Literalness«. In: Zs. für philosophische Forschung 46 (1992), S. 76–88, hier S. 78.Google Scholar
  34. 52.
    Walter Benjamin: »Strenge Kunstwissenschaft«. [Rez.] »Kunstwissenchaftliche Forschungen« (1931). In: W. B.: Gesammelte Schriften. Hrsg. von Rolf Tiedemann/ Hermann Schweppenhäuser. Frankfurt a.M. 1972 und 1980. Bd. 3, S. 363–369, hier S. 366. Zum Entstehungskontext dieses von Benjamin irrtümlicherweise den Grimms als Selbstcharakterisierung zugeschriebene Statements: August W. Schlegel hatte die Grimmschen Altdeutschen Wälder rezensiert. Mit Bezug auf diese Rezension formuliert Sulpiz Boisserée: »Schlegel lobt an ihnen, was zu loben ist, aber nicht das nichtige, kleinliche sinnbildein und wortdeuteln, ihre ganze Andacht zum Unbedeutenden, verspottet er« — für Benjamin zeigt sich in dieser Haltung der »Geist wahrer Philologie« (ebd.). Ausführlich dazu: Roland Kany: Mnemosyne als Programm. Geschichte, Erinnerung und die Andacht zum Unbedeutenden im Werk von Usener, Warburg und Benjamin. Diss. Tübingen 1987, bes. S. 189–191.Google Scholar
  35. 54.
    In der modernen Wissenschaft sind auch ›Vertrauen‹ und ›Treue‹ keine sinnvollen Größen für den Umgang mit dem Gegenstand. Ontologische Erkenntnisbedingungen sind schon lange passé, und im übrigen kann man sich nicht vorstellen, daß auch eine Verpflichtung, von der man selber weiß, daß man sie nie vollkommen wird einhalten können, und sie dennoch eingeht, einen Unterschied macht. Anders Barbara Johnson: »Die Treue, philosophisch gesehen«. In: Wilhelm Gössmann/Christoph Hollender (Hrsg.): Schreiben und Übersetzen. ›Theorie allenfalls als Versuch einer Rechenschaft‹ Tübingen 1994, S. 197–202.Google Scholar
  36. 55.
    »Bei der Verwendung von Schemata setzt die Kommunikation voraus, daß jedes beteiligte Bewußtsein versteht, was gemeint ist, daß aber andererseits dadurch nicht festgelegt ist, wie die Bewußtseinssysteme mit dem Schema umgehen, und erst recht nicht: welche Anschlußkommunikationen sich aus der Verwendung von Schemata ergeben. Die Schemata können konkretisiert und jedem Bedarf angepaßt werden« — Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt a.M. 1997, S. 111.Google Scholar
  37. 57.
    Heinrich Lausberg: Elemente der Literarischen Rhetorik. 3. Aufl. München 1963, §§ 435–440 (»Hinwendung zur Redesituation«), insbes. S. 144.Google Scholar
  38. 60.
    Wenn die Präferenz für Neues gleichzeitig und unvermeidlich das entwertet, was durch diese Neuheit als alt deklariert wird, dann braucht es Vorkehrungen, die dem Entweder-Oder von dauernder Neuheit und bloßer Wiederholung des Bekannten entgehen: Es braucht eine Operation, die eine Form des Altseins ausweisen kann, zu der dann immer wieder neue Informationen und Interpretationen hinzu-erzeugt werden können — vgl. Niklas Luhmann: Die Realität der Massenmedien. 2. erw. Aufl. Opladen 1996, S. 45f.CrossRefGoogle Scholar
  39. 61.
    »The radical potential of material culture, of concrete objects, of real things, of primary sources, is the endless possibility of rereading« — Eilean Hooper-Greenhill: Museums and the Shaping of Knowledge. London/New York 1992, S. 215.Google Scholar

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  • Nikolaus Wegmann

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