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Diskussionsbericht

  • Martina Neumeyer
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Vorlage von Stefan Scherer (»Philologische Modernisierung in der Restauration. Literaturwissenschaft in den 1950er Jahren: Peter Szondi«)

Zusammenfassung des Korreferats (Thomas Rathmann): Stefan Scherers Vorlage liefere eine Korrektur zu der noch heute vorherrschenden Auffassung, daß die Germanistik der 1950er Jahre sich aufgrund ihres werkimmanenten Vorgehens als eine ›Wortkunst ohne Geschichte‹ nahtlos in die restaurativen Tendenzen der Nachkriegszeit eingefügt habe. Denn Scherer zeige, wie Peter Szondi aus einem spezifischen Selbstverständnis und aus einer pessimistischen Bestandsaufnahme der damaligen Germanistik eine eigenständige theoretische Position entwickelt und in seiner ›Theorie des modernen Dramas‹ exemplifiziert habe. Die von ihm erreichte Verwissenschaftlichung der philologischen Erkenntnis sei verdientermaßen als eine Modernisierung in der Restauration zu qualifizieren. Erfolgreich habe sich Szondi nämlich eines Problems angenommen, das sich aus dem weitgehend ahistorischen und entpolitisierten Zugriff seines Lehrers Staiger ergeben habe. Dieser habe der Literaturwissenschaft ja bekanntlich nur das ›Werk‹ als das ihr genuine Sujet gelassen. Für die von einer Philologie Staigerscher Prägung aufgeworfene und unbeantwortete Frage nach einer diesem Gegenstand adäquaten Behandlung habe Szondi eine von Lukács-, Benjamin-, und Adorno-Lektüren angeregte Lösung ausgearbeitet, die bei der Interpretation das Spannungsverhältnis von Inhalt und überkommener Form reflektiere.

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  • Martina Neumeyer

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