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Diskussionsbericht

  • Jürgen Brokoff
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Zusammenfassung des Korreferats (Rainer Kolk): Das um 1890 viralent werdende Programm eines neuen Fachs ›Literaturwissenschaft‹ wurde als das zentrale Thema der Vorlage Weimar ausgewiesen. Zwei Merkmale seien — darin der Vorlage folgend — bei diesem programmatischen Versuch einer ›Verwissenschafllichung‹ der bestehenden Literaturgeschichte besonders prägend gewesen: zum einen die Zuweisung einer hilfswissenschaftlichen Funktion an die deutsche Philologie und zum anderen die Entwicklung einer »Prinzipienwissenschaft«, deren Innovation darin bestehe. Literatur von nun an als eigenständigen und ausschließlichen Gegenstand behandeln und zu gesetzesmäßigen Aussagen über diesen Gegenstand kommen zu wollen. Obwohl sich das Programm auf institutioneller und disziplinarer Ebene nicht durchzusetzen vermochte, sei das Konzept einer Literaturwissenschaft als ›Prinzipienwissenschaft‹ bis in die Gegenwart folgenreich geblieben. Der Grund hierfür besiehe darin, daß das Konzept trotz (oder gerade wegen) der gescheiterten nomologischen Gegenstandsbestimmung auf einer Metaebene die Notwendigkeit einer Gegenstandsbestimmung überhaupt immer wieder neu anmahnt und in dieser selbstreflexiven Komponente ein unverkennbares Kennzeichen moderner Wissenschaft(-lichkeit) trägt. Die Frage, wann genau die bis heute als wirksam erachtete Grundlegung der Literaturwissenschaft erfolgt sei — um 1890 oder um 1910 mit der Durchsetzung der ›geistesgeschichtlichen‹ Methode —. könne nicht eindeutig beantwortet werden. Vielmehr müsse man von einer Übergangszeit ausgehen, deren Anfänge bis ins letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts reichten. In diese Zeitspanne fielen auch ›Grundlagendebatten‹ in anderen Disziplinen, etwa in der Geschichtswissenschaft.

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  • Jürgen Brokoff

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