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Mittelalterliche Überlieferung als Interpretationsaufgabe »Laudines Kniefall« und das Problem des »ganzen Textes«

  • Albrecht Hausmann
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Text und Kultur: Gut möglich, dass diese Themenstellung zu Beiträgen ermutigen sollte, die einen Zusammenhang herstellen zwischen der Kulturgeschichte des Mittelalters und einer spezifisch mittelalterlichen Textualität — oder allgemeiner: Verfassung — von Literatur. Wenn ich in meinem Beitrag auf eine solche »kulturhistorische« Argumentation weitgehend verzichte und stattdessen an einem forschungsgeschichtlich prominenten Beispiel nach den Bedingungen und Möglichkeiten des Erkennens — und das heißt konkret: des Edierens und Interpretierens — mittelalterlicher Literatur frage, dann ist dies gegenüber solchen »kulturhistorischen« Ansätzen weder grundsätzlich kritisch noch polemisch gemeint.1 Ich möchte nur vorsichtig sein und vor die Rede von der Andersartigkeit mittelalterlicher Textualität und Überlieferung die (Selbst)reflexion über unsere Kultur des Edierens und Interpretierens stellen — und zu dieser »Kultur« gehören sowohl die »alte« wie auch die »neue« Philologie2, welche jener »alten« vorrechnet, dass sie mit ihrem Interesse an Autor und Werk der historischen Wirklichkeit nicht gerecht geworden sei.3 Ausgangspunkt dieser Reflexion soll ein vertracktes Überlieferungsproblem sein, das sich auch in jüngster Zeit wieder als exemplarische Herausforderung für methodisch-theoretische Überlegungen zur Edition, aber auch zur Interpretation mittelalterlicher volkssprachiger Literatur erwiesen hat: »Laudines Kniefall«, also die Verse 8121–8136 des Iwein Hartmanns von Aue.4

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Albrecht Hausmann
    • 1
  1. 1.GöttingenDeutschland

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