Advertisement

Diskussionsbericht

  • Sandra Linden
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Der von Strohschneider kommunikationstheoretisch analysierte Oberkrieg spricht inhaltlich von einer starken Publikumsorientierung und dem Bemühen um Wissensvermittlung. Dennoch gibt er sich in seiner literarischen Kommunikation zum äußeren Publikum elitär-verschlossen und fordert derart hohe Hörerkompetenz, dass nach einer möglichen ironischen Bedeutungskomponente zu fragen ist (Linden). Das Textganze verhält sich wie die Figur Klingsor im Text, nämlich wie ein Heimlichtuer, dessen Gehabe möglichst viel Eindruck beim Publikum machen möchte, sich aber vielleicht nur auf leere Geheimnisse bezieht. Die Frage nach der Ironie lässt sich jedoch lediglich textpragmatisch entscheiden, was den Blick auf mögliche Aufführungsformen lenkt (Strohschneider). Für den Wartburgkrieg muss man prinzipiell von einem Vortrag vor Publikum ausgehen. Doch ist hier eine Aufführung anzusetzen, die damit rechnet, dass einige Publikumssegmente den Inhalt nicht verstehen, d. h., die Aporie von Unverständlichkeit und Aufführungsform ist konzeptionell nicht lösbar. Sie betrifft allerdings nicht allein den Wartburgkrieg, sondern ist ein generelles Problem des Manierismus (Heinzle, Strohschneider). Die Aporie lässt sich abschwächen, wenn man eine Aufführung nur für Aufführende annimmt, bei der alle Anwesenden abwechselnd vortragen (Mertens).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Sandra Linden
    • 1
  1. 1.TübingenDeutschland

Personalised recommendations