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Der Oberkrieg Fallskizze zu einigen institutionellen Aspekten höfischen Singens

  • Peter Strohschneider
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Einen der Strophenkomplexe in den umfangreichen und verästelten Überlieferungsgefügen von Fürstenton und Schwarzem Ton nennt die Literaturgeschichte seit Karl Simrocks Teilausgabe des Wartburgkrieges1 Zabulons Buch. Dieses Sangspruchgedicht wird üblicherweise in die letzten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts datiert,2 und es organisiert seinen Zusammenhalt nicht zuletzt über die merkwürdige Geschichte eines magischen Codex: Mit diesem will der heidnischjüdische Astronom Zabulon die Geburt des Heilands verhindern, doch wird das Zauberbuch durch den Zauberer Vergil oder Filius3 von seinem Aufbewahrungsort auf dem Magnetberg (Agetstein) listig weggeholt und nach Rom überführt. Indem es dies in digressionsreichen Wechselreden zwischen dem weisen Laien Wolfram von Eschenbach und dem meisterpfaffen Klingsor aus Ungarn inszeniert, schließt Zabulons Buch an das sogenannte Rätselspiel an, das in seinem ›Kern‹ wohl älteste Segment der Wartburgkrieg-Tradition. Auf das jüngere sogenannte Fürstenlob hingegen verweist einerseits der von Zabulons Buch aufgerufene Interaktionsrahmen — es handelt sich um einen Wettstreit der Sänger vor den Augen und Ohren des Thüringer Landgrafenhofes auf der Wartburg —, andererseits die Verwendung des von den Handschriften in der Regel Heinrich von Ofterdingen zugeschriebenen sogenannten Fürstentones.4

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Peter Strohschneider
    • 1
  1. 1.DresdenDeutschland

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