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Das figurierte Gedächtnis: Figura, Memoria und die Simultanbühne des deutschen Mittelalters

  • Glenn Ehrstine
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Kein Bereich der Mediävistik bedarf so sehr eines interdisziplinären Forschungsansatzes als der des geistlichen Spiels. Zum Beweis dieser These hat Hansjürgen Linke 1985 mehr als fünfundzwanzig benachbarte Disziplinen angeführt, die zur vollen Erfassung des mittelalterlichen Theaters in seiner Doppelnatur als Text und Aufführung nötig sind.1 Wie beim jetzigen DFGSymposion ging es Linke um eine Standortbestimmung seines Faches innerhalb einer methodologischen Neuorientierung, die sich gegenüber sozial- und kulturhistorischen Forschungsbereichen zunehmend öffnete. Dieser Ende der 1960er Jahre einsetzende Neuanfang machte sich vor allem archivalische Spielbelege zunutze, die die Einbettung des Dramas in einen nuancierteren Spielkontext erlaubten, und brachte u. a. zwei grundlegende Werke hervor: Bernd Neumanns ›Geistliches Schauspiel im Zeugnis der Zeit‹ und Rolf Bergmanns ›Katalog der deutschsprachigen Spiele und Marienklagen des Mittelalters‹.2 Die neue Besinnung auf die Quellen machte außerdem den Mangel an gattungsadäquaten Editionsprinzipien spürbar, so dass ein Hauptschwerpunkt der letzten Jahre die praktische sowie theoretische Arbeit auf editorischem Gebiet gebildet hat.3 Die anhaltende Bemühung, das mittelalterliche Theater von sich aus zu verstehen, ist vielleicht nirgends so greifbar wie bei der jüngst vorgelegten Studie zu den Eigenbezeichnungen des deutschsprachigen Spiels von Matthias Schulz.4

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Glenn Ehrstine
    • 1
  1. 1.The University of IowaUSA

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