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Fiktionalität als Gattungsvoraussetzung Die Destruktion des Authentischen in der Genese der deutschen und romanischen Lyrik

  • Timo Reuvekamp-Felber
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

In der neueren altgermanistischen Forschung hat sich in Auseinandersetzung mit der Mündlichkeitsdebatte und im Rekurs auf text- und kulturtheoretische Überlegungen zur Semioralität der mittelalterlichen Gesellschaft ein Common Sense über den performativen Charakter volkssprachlicher Lyrik herausgebildet. Anknüpfungspunkt für die literaturtheoretischen, kommunikationspragmatischen und kulturanthropologischen Überlegungen des Faches in der vergangenen Dekade war dabei Hugo Kuhns in den 60er Jahren unternommener Vorstoß, anhand des Kreuzzugsliedes MF 218,5 Hartmanns von Aue die Minnesangforschung von geistesgeschichtlichen, formalen und textkritischen Fragestellungen und Untersuchungen wegzuführen und auf der Basis der als Alterität postulierten ursprünglichen Mündlichkeit der mittelalterlichen Lyrik ihrer Aufführung als Interpretament bzw. sinnkonstituierendem Sitz im Leben besondere Beachtung zu schenken, um zu einem »besseren Verständnis des Textes«1 und des Minnesangs zu gelangen. In der Folgezeit wurden in der Mediävistik die Kuhnschen Überlegungen auf Texte und Textcorpora appliziert, ohne dass ihre theoretischen Implikationen und terminologischen Kategorien systematisch reflektiert worden wären.2 Dies leistete erst mit durchaus kritischem Impetus Peter Strohschneider 1991 auf dem Augsburger Germanistentag.3 Mit seiner problematisierenden Explikation des von Kuhn geprägten und in der Forschung in textanalytischen Untersuchungen verwendeten Instrumentariums war letztlich eine Diskussion über die kommunikationsanalytische Dimension des Minnesangs initiiert, die unter Einbeziehung der kulturanthropologischen Oralitätsforschung Paul Zumthors4 in zahlreichen Fachbeiträgen mit unterschiedlichen Akzentuierungen und schließlich in einem Symposion der DFG ihren Niederschlag fand.5

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Timo Reuvekamp-Felber
    • 1
  1. 1.KölnDeutschland

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