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Melusinengeschichten im Mittelalter Formen und Möglichkeiten ihrer diskursiven Vernetzung

  • Beate Kellner
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Als sogenanntes ›Konzeptschlagwort‹ ist die Vorstellung von einer Germanistik als Kulturwissenschaft heute in aller Munde, doch selten verbirgt sich ein klares Programm dahinter, denn gleichermaßen wird der Begriff als Chiffre eingesetzt für Interdisziplinarität, Sozialgeschichte, Mentalitätsgeschichte, historische Anthropologie, Mediengeschichte und die verschiedenen poststrukturalistischen Verfahrensweisen. Angesichts der Vielfalt der Themen und der Pluralität der Methoden, die mit der immer wieder geäußerten Forderung nach einer Integration der Geisteswissenschaften in eine fächerübergreifende Kulturwissenschaft1 auch in den mediävistischen Disziplinen zunehmend ins Spiel kommen, befürchten viele Kritiker — nicht zu Unrecht — einerseits einen wahllosen Eklektizismus, in dem sich nicht nur die philologischen Leistungen und Tugenden mediävistischen Arbeitens verlieren, sondern die Literaturwissenschaft auch ihres eigentlichen Gegenstandes, der hermeneutischen Erschließung einzelner Texte, verstanden als in sich geschlossener Werke, verlustig geht.2 Auf der anderen Seite wird — gegenläufig dazu — der Vorwurf laut, in einer Reihe von kulturgeschichtlichen Beiträgen würde lediglich alter Wein in neue Schläuche gegossen, indem traditionelle und bewährte Verfahren mutatis mutandis weiterverfolgt, aber unter anderen Etiketten dargeboten würden, — um der Altgermanistik so unter den Titeln von New Medievalism, Modernes Mittelalter, New Philology, New Historicism lediglich den Anstrich des Neuen und Modischen zu verleihen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2001

Authors and Affiliations

  • Beate Kellner
    • 1
  1. 1.DresdenDeutschland

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