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Der Kosmos und das Gute

  • Gernot Böhme

Zusammenfassung

Platons Dialog Timaios enthält seine Kosmologie. Es ist dies neben dem Politeia bzw. den Nomoi das umfänglichste und ausgearbeitetste Lehrstück seiner Philosophie. Dabei entspricht der Timaios eher den Nomoi als der Politeia, insofern der Dialog Politeia, die Verfassung eines Gemeinwesens überhaupt darstellt, während in den Nomoi die Gesprächspartner sich Mühe geben, die Verfassung eines zu gründenden Staates, also unter den Bedingungen seiner Durchführbarkeit, zu konzipieren. Eigentlich aber hätte der Kosmologie des Timaios nach dem am Anfang des Dialoges vorgestellten Redeplan die Darstellung eines Idealstaates in concreto, nämlich am Beispiel des sagenhaften Urathen, entsprechen sollen.

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Notizen

  1. 1.
    Dazu Giovanni Reale, Zu einer neuen Interpretation Platons, Paderborn: Ferdinand Schöningh 1993.Google Scholar
  2. 1.
    Gernot Böhme, Hartmut Böhme: Feuer, Wasser, Erde, Luft. Eine Kulturgeschichte der vier Elemente, München: C.H. Beck 1996.Google Scholar
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    Vielleicht sollte man genauer sagen: in der Akademie, denn nach einem Zeugnis des Eudemos war Platon der erste, der diesen Terminus im naturphilosophischen Zusammenhang verwendete. Siehe dazu: Walter Burkert: ∑TOIXEION. Eine semasiologische Studie, in: Philologus 103 (1959), 167–297.Google Scholar
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    Die eigentümliche Zusammensetzung als Demonstration von Verdopplungsund Verdreifungsvorgängen zu erklären ist wenig überzeugend. Was sollte das mit der Materiekonstitution zu tun haben? Siehe B. Artmann, L. Schäfer, On Plato’s »Fairest Triangles« (Timaios, 54a), in: Historia Mathematica 20 (1993), 244–264.CrossRefGoogle Scholar
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    Siehe dazu die ausführliche Behandlung in: Michael Hoffmann, Die Entstehung von Ordnung Zur Bestimmung von Sein, Erkennen und Handeln in der späteren Philosophie Platons, Stuttgart und Leipzig: Teubner 1996, Kap. IVCrossRefGoogle Scholar
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    Siehe G. Böhme, Der Typ Sokrates, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 3. Taschenbuchausgabe 2000Google Scholar
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    Siehe dazu meinen Artikel über Jacob Böhme, in: G. Böhme (Hrsg.) Klassiker der Naturphilosophie. Von den Vorsokratikern bis zur Kopenhagener Schule, München: C.H. Beck 1989.Google Scholar
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    Das Erstaunliche dieses Vertrauens wird einem auch wiederum erst deutlich, wenn man eine Alternative dagegen hält, beispielsweise Nietzsches Satz, daß »Wahrheit die Art von Irrtum (sei), ohne die eine gewisse Art von lebendigen Wesen nicht leben könnte«. Friedrich Nietzsche, Werke in drei Bänden (ed. Schlechta), München: Hanser 1956. Bd. 3, 844.Google Scholar
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    Siehe meinen Aufsatz Über die Physiognomie des Sokrates und Physiognomik überhaupt, in: G. Böhme, Atmosphäre. Essays zur neuen Ästhetik, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 3. Aufl., 2000.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Gernot Böhme

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