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Integration und Ausgrenzung: Wandel in der Bewertung von Kinderliteratur

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Zusammenfassung

Bei Betrachtung des Wandels in der Bewertung von Kinderliteratur ergibt sich folgendes Bild: Als sich die spezifische Kinderliteratur in Deutschland während der Spätaufklärung zu etablieren begann, schienen zunächst die Bedingungen für ihre Anerkennung durch Pädagogen, Literaturkritiker und Schriftsteller geradezu ideal zu sein. Etablierte Autoren, die sich entweder als Gelehrte, als Pädagogen oder als Schriftsteller für Erwachsene einen Namen gemacht hatten, verfassten Kinderbücher, die nicht ausschließlich dem Primat der Belehrungs- und Erziehungsfunktion gehorchten, sondern das Recht des Kindes auf Unterhaltung ebenso beachteten wie den Anspruch, literarisch anspruchsvolle Werke für Kinder zu schreiben. Die Kinderbücher von Johann Bernhard Basedow, Friedrich Justin Bertuch, Joachim Heinrich Campe, Christian Overbeck und Christian Felix Weiße — um nur die wichtigsten Autoren zu nennen — fanden nicht nur den Beifall der Pädagogen und Kinderliteraturkritiker, sondern auch denjenigen zeitgenössischer Philosophen, Dichter und Literaturhistoriker. In Handbüchern, Lexika, Rezensionen und Literaturgeschichten, die Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts erschienen sind, wird dieser Kinderliteratur bereits Platz eingeräumt, wobei die Werturteile größtenteils eine positive, zuweilen eine distanziert-neutrale Einstellung diesem Literaturbereich gegenüber verraten. Kinderliteratur wird dabei zwar vorwiegend als Domäne der Pädagogik betrachtet, aber man erkennt auch ihre Leistung auf dem Gebiet der Ästhetik und Psychologie an.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2003

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