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Von rechter Sittlichkeit und richtigem Betragen. Erzählen im moralisch-ethischen Diskurs

  • Christian Klein
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Zusammenfassung

Moral (verstanden als Gesamtheit der sittlichen Grundsätze, die zwischenmenschliches Handeln regulieren) und Ethik (verstanden als reflexive Auseinandersetzung mit diesen Grundsätzen, mit der Moral) sind untrennbar mit dem Phänomen des Erzählens verbunden. In diesem Sinne betont etwa Hayden White: »Where, in any account of reality, narrativity is present, we can be sure that morality or a moralizing impulse is present too.«1 Und Norbert Meuter leitet sogar die moralische Existenz des Menschen aus der quasi-anthropologischen Notwendigkeit des Erzählens ab, wenn er schreibt: »Wir sind moralisch, weil [w]ir […] Geschichten erzählen (müssen).«2 Bevor im Folgenden das Erzählen im moralischen Feld fokussiert wird, soll zunächst ein Blick auf das Wirklichkeitsfeld und die dominierende Leitdifferenz geworfen werden.

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Auswahlbibliographie

  1. Hübner, Dietmar: Entscheidung und Geschichte. Rationale Prinzipien, narrative Strukturen und ein Streit in der Ökologischen Ethik, Freiburg/München 2001. — Versuch des Entwurfs einer Geschichtsethik.Google Scholar
  2. MacIntyre, Alasdair: Der Verlust der Tugend. Zur moralischen Krise der Gegenwart, Frankfurt a.M. 1995. — Vertritt den Ansatz, im Leben würden Erzählungen umgesetzt, mithilfe derer wir uns verstünden.Google Scholar
  3. Mieth, Dietmar (Hg.): Erzählen und Moral. Narrativität im Spannungsfeld von Ethik und Ästhetik, Tübingen 2000. — Wie auch in Mieths vorgängigen zahlreichen Publikationen zum Thema Ethik und Erzählen (s.o.) nehmen sich die Beiträge in diesem Band der ethischen Relevanz des Erzählens unter besonderer Berücksichtigung ästhetischer Dimensionen an. Im Zentrum der Annäherungen aus literarischer, philosophischer und theologischer Perspektive stehen vor allem die Funktionen des Erzählens für die Identitätskonstitution.Google Scholar
  4. Schapp, Wilhelm: In Geschichten verstrickt. Zum Sein von Mensch und Ding, 4. Aufl., Frankfurt a.M. 2004. — Der Mensch sei schon immer (quasi als anthropologisches Faktum) in narrative Zusammenhänge eingebunden — die Geschichten machten den Menschen aus.Google Scholar
  5. Letztlich ist allerdings eine auf wenige Titel reduzierte Auswahlbibliographie zum Thema wenig sinnvoll, weil das Spektrum möglicher Zugriffe enorm weit (s.o.) und die Zahl einschlägiger Publikationen immens ist. Daher sei an dieser Stelle (guten Gewissens) abschließend auf den ausführlichen bibliographischen Kommentar von Nicole Thiemer verwiesen. Hier werden zahlreiche Titel verschiedenen Kategorien (etwa Grundlagen, Grundpositionen, Anwendungen) zugeordnet und umfangreich kontextualisiert:Google Scholar
  6. Nicole Thiemer: »Narrativität und Ethik. Ein bibliographischer Kommentar«, in: Karen Joisten (Hg.): Narrative Ethik. Das Gute und das Böse erzählen (= Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Sonderband 17), Berlin 2007, S. 293–301.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2009

Authors and Affiliations

  • Christian Klein

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