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»Was ist eigentlich ein Schriftsteller?« — Biographie und Werk Heinrich Manns im Überblick

  • Peter Stein
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Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Die Hansestadt Lübeck, groß und reich geworden durch handelsstolzen Kaufmannsgeist, hatte durchaus etwas übrig für so unpraktische Dinge wie Poesie und Literatur: In die Nähe der Börse setzte sie ein Theater und ihrem größten Dichtersohn, dem nach Lübeck heimgekehrten Emanuel Geibel, 1889 ein steinernes Denkmal. Dieses stand sogar dort, wo nicht einmal Wilhelm I. oder Bismarck Aufstellung fanden, nämlich »in den Toren«, auf einem der großen Plätze der Stadt. Dabei blieb es freilich. Ein Widerspruch oder keiner? Kultur als eine ornamentale oder kapitalwerte Anlage zu behandeln, und zwar nur als eine solche, ist kaufmännisch-konsequent noch heute. Der, der schon mit achtzehn Jahren dieses Prinzip bürgerlicher Geldherrschaft mit den Augen und im Tonfall Heinrich Heines durchschaute, war der lübeckische Patriziersohn und angehende Künstler Heinrich Mann. Einer seiner frühesten Texte, die »Fantasieen über meine Vaterstadt L.« (1889, HM-Dok, 12ff), eine im Stile eines Heineschen Reisebilds geschriebene Betrachtung, ist nicht nur eine ironische Distanzierung vom Lübeckischen, sondern auch der Beginn einer Verabschiedung vom Ort seiner Kindheit und Jugend, wie sie unsentimentaler nicht sein konnte.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2002

Authors and Affiliations

  • Peter Stein
    • 1
  1. 1.Universität LüneburgDeutschland

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