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II. DER ONTOLOGISCHE DYNAMIS-BEGRIFF

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Zusammenfassung

Aristoteles weist gleich zu Beginn der Vermögensabhandlung in Buch Theta der Metaphysik darauf hin, daß die kinetische dynamis in diesem Zusammenhang nicht die nützlichste sei, vielmehr die Begriffe dynamis und energeia einen weiteren Anwendungsbereich hätten als das gemäß einer kinesis Ausgesagte (1045 b 36 ff.). Er kündigt dann an, die weitere Bedeutung von dynamis in den Abschnitten über energeia zu behandeln (1046 a 3 f.). Diese Behandlung der energeia und der ihr korrespondierenden dynamis beginnt Aristoteles in Met. Theta 6 damit, daß er sagt, man nenne nicht nur dasjenige dynaton, vermögend, was anderes zu bewegen oder von anderem bewegt zu werden vermag, sondern gebrauche den Ausdruck auch noch auf andere Weise (1048 a 28 ff.). Nach dieser rein negativen Bestimmung von dynaton folgt eine ebenso negative Bestimmung der Bedeutung von energeia: „es ist aber energeía das Vorhandensein der Sache nicht so wie wir es dynamei nennen“ (a 30 ff.). Weil man nun, wie Aristoteles sagt, nicht überall nach einer Definition suchen darf, sondern auch das Analoge zusammenschauen muß (a 36 f.), folgt auf diese negativen Bestimmungen auch keine positive, sondern nur eine Reihe von Beispielen (a 32 ff., a 37 ff.). Danach ist dynamei z. B. der Hermes im Holz, dynamei wissend ist jemand, wenn er gerade nicht die theoretische Tätigkeit ausübt, das aber tun könnte; entsprechend wäre dann z. B. die aus dem Holz gebildete Hermesstatue der energeia nach. Als weitere Beispiele sind u. a. zu betrachten die Analogie der Verhältnisse bauen – bauen könnend, wach – schlafend, ausgesondert aus der Wir sollen nun sehen, daß dem ersten Teil jeweils die dem zweiten das entspricht, daß sich die Beispiele aber insofern unterscheiden, als es sich bei einigen um das schon bekannte Verhältnis bei anderen um ein Verhältnis handelt (b 4 ff.).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität MannheimMannheimDeutschland

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