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Genealogie: Eine Analytik moderner Macht

  • Hans-Herbert Kögler
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

In der Archäologie des Wissens hatte Foucault bereits davon gesprochen, daß der Diskurs ein Gegenstand von Kämpfen, Strategien und Auseinandersetzungen ist. Das war nur konsequent, denn obwohl sich bei ihm zunehmend eine allein auf die internen Regeln von Diskursen abhebende Sicht durchgesetzt hatte, war doch auch (vor allem in den früheren Arbeiten) die Verschränkung von sozialer Praxis und wissenschaftlichem Diskurs Thema. Diese Fragestellung erobert sich Foucault nun Anfang der siebziger Jahre mit einem verblüffenden theoretischen Handstreich zurück. Denn was er in seiner berühmten Antrittsvorlesung Die Ordnung des Diskurses am Collège de France 1970 entfaltet, mutet zunächst wie ein Rückfall in geschichtsphilosophische Denkfiguren an. Statt gemäß der archäologischen Einstellung nur an konkreten Apriori, bestimmten Brüchen und regionalen Wissensformen interessiert zu sein, entfaltet Foucault hier ein »Meta-Narrativ« (Lyotard), also die geschichtsübergreifende Erzählform eines die abendländische Geschichte und Wissensgeschichte zugleich durchdringenden Grundprinzips. Ein »Wille zur Wahrheit«, so Foucault, durchherrscht das westliche Denken und Handeln seit dem Bruch mit der vorsokratischen Seinserfahrung. Ihm hatte sich alles Denken — wenn auch in unterschiedlichen Graden und Konfigurationen — zu unterwerfen.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2004

Authors and Affiliations

  • Hans-Herbert Kögler
    • 1
  1. 1.University of North FloridaJacksonvilleUSA

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