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Schluss: Die Formierung einer Kompetenzelite als athenische Spielart der Weberschen Honoratioren

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Part of the Schriften zur Alten Geschichte book series (SCHAGE)

Zusammenfassung

In der Zeit zwischen 404 und 307 vollzogen sich bedeutsame ökonomische, politische und gesellschaftliche Veränderungen, die sich organisch in das bestehende Institutionengefüge einpassten. Denn anders als in den oligarchischen Coups des 5. Jahrhunderts wurde nichts abgeschafft, sondern etwas hinzugefügt. Gleichzeitig entfaltete die Beschwörung der Gemeinwohlrhetorik eine suggestive Kraft. Auf diese Weise konnte sich eine neue soziökonomische Elite herausbilden, die sukzessive politische Meinungsbildungsprozesse lenken konnte. Diese Kompetenzelite als athenische Spielart der Honoratioren vermochte es, ihre personellen und monetären Leistungen für die Polis in soziale Wertschätzung und politischen Einfluss innerhalb einer auf Gleichheit basierenden Bürgergemeinde umzuwandeln. Das 4. Jahrhundert sah also weder einen schleichenden Verfall der Polis noch einen revolutionären Akt, sondern einen allmählichen, sich ab der Mitte des Jahrhunderts beschleunigenden Wandel zu einem Akzeptanzsystem, in dem die Honoratioren ihre Zustimmung beim Demos immer wieder neu erringen mussten.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Alte GeschichteUniversität BielefeldBielefeldDeutschland

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