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Die Verbindung von sozioökonomischer und politischer Elite

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Part of the Schriften zur Alten Geschichte book series (SCHAGE)

Zusammenfassung

Das 4. Jahrhundert erlebte eine Professionalisierung der finanziellen Reflexion, zu der nur ausgebildete, kontinuierlich politisch tätige Rhetoren auf diesem hohen Niveau fähig waren. Aus ihrer Mitte rekrutierten sich die Vorsteher der theorikon-Kasse. Dieses Amt durchbrach die herkömmlichen, auf eine Minimierung der Machtkonzentration angelegten Regeln. Die Athener akzeptierten diese Entwicklung, weil die finanzielle Krise nach dem Bundesgenossenkrieg sie zu drastischen Maßnahmen zwang und weil sich der Einfluss des Amtsträgers auf informelle Strukturen und Vertrauen stützte. Gleichzeitig wandelte sich auch das Amtsverständnis, indem der Einsatz privater Mittel an die Erfüllung bestimmter Aufgaben gebunden wurde, sodass nur wohlhabende Oberschichtsangehörige diese leiturgisierten Ämter übernehmen konnten. Diese Verknüpfung der sozioökonomischen und politischen Elite schien akzeptabel, da gleichzeitig die Demokratie vitaler schien als je zuvor und die weniger begüterten Bürger von dieser Entwicklung auch finanziell profitierten.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Alte GeschichteUniversität BielefeldBielefeldDeutschland

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