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Die Verbindung von ökonomischer und sozialer Elite

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Part of the Schriften zur Alten Geschichte book series (SCHAGE)

Zusammenfassung

In Athen wurde im religiösen und militärischen Bereich privater Reichtum in Form von Leiturgien und eisphorai im großen Maße nutzbar gemacht. Diese spezifische Art, gemeinschaftliche Aufgaben durch wohlhabende Bürger finanzieren zu lassen, zeitigte weitreichende gesellschaftliche Konsequenzen: Einerseits wurde der abgabenpflichtige Personenkreis sukzessive verkleinert und machte sich die politische Gemeinschaft von der ökonomischen Elite abhängig. Andererseits basierte das Leiturgiensystem auf einem reziproken Verhältnis von wohlhabendem Bürger und Polisöffentlichkeit: Die materielle Leistung des Bürgers forderte als Beweis der Gemeinwohlorientierung den Dank der Gemeinschaft. Leiturgien signalisierten daher ökonomische Ressourcen und manifestierten den sozialen Status; sie suggerierten aber auch Generosität, Selbstlosigkeit, Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein – Eigenschaften, die als Führungsqualitäten interpretierbar waren.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Alte GeschichteUniversität BielefeldBielefeldDeutschland

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