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Das Gegenbeispiel: Sparta

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Part of the Schriften zur Alten Geschichte book series (SCHAGE)

Zusammenfassung

Die öffentlichen Finanzen als Spiegelbild einer spezifischen politischen Mentalität erhalten durch den Vergleich mit den Verhältnissen in Sparta Konturen. Das Sparta-Bild ist wesentlich durch die Historiographie und die Philosophen des 4. Jahrhunderts geprägt. Die literarischen Quellen zeichnen eine Polis mit geringen Ressourcen. Die Quellenkritik erweist dieses Bild jedoch als Konstrukt. Jenseits dieses Diskurses zeigen die archäologischen, epigraphischen und en passant-Bemerkungen in historiographischen Schriften jedoch, dass die spartanische Finanzverwaltung wesentlich komplexer war als bisher angenommen. Dabei lassen sich gravierende Unterschiede zu Athen feststellen. Auch wenn in Sparta ökonomische Unterschiede existierten und die spartanische Gesellschaft von Konkurrenz und Hierarchien geprägt war, verhinderte der Homoioi-Diskurs, dass Reichtum für die Gemeinschaft eingesetzt werden konnte. Damit entfiel die Möglichkeit, eine traditionelle Finanzierungsform zu nutzen: die Leiturgien. Um die notwendigen öffentlichen Aufgaben zu gewährleisten, griff man daher auf das Proto-Leiturgiensystem der Periöken zurück.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Alte GeschichteUniversität BielefeldBielefeldDeutschland

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