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Der Absturz

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Zussamenfassung

Oßmannstedt hatte Kleist gegen Ende Februar 1803 verlassen müssen, weil Wielands knapp vierzehnjährige Tochter Louise sich heftig in ihn verliebt hatte und er diese Neigung nicht in gleichem Maße erwidern konnte. In einem aufgewühlten Brief an Ulrike vom 13. und 14. März schrieb er : »Ich weiß nicht, was ich dir über mich unaussprechlichen Menschen sagen soll. – Ich wollte ich könnte mir das Herz aus dem Leibe reißen, in diesen Brief packen, und dir zuschicken.« (DKV IV, 313) Über die Unzulänglichkeit der Sprache hat Kleist immer wieder geklagt : »sie kann die Seele nicht mahlen«, »Ja, wenn man Thränen schreiben könnte – doch so – – « (DKV IV, 196 und 359). Da geht es um den Ausdruck persönlicher Gefühle gegenüber einem Briefpartner, um eine persönliche Sprachnot. Weniger problematisch steht es um briefliche Beschreibungen von Landschaften, Städten, Begegnungen. Auch da finden sich schon Überarbeitungsspuren, erst recht aber in den Dichtungen, in denen Kleist seine Sprachskepsis durch größtmögliche Genauigkeit des Ausdrucks zu überwinden suchte, beispielsweise in den bekannten langen Schachtelsätzen, mit denen er so etwas wie einen Simultanstil erfunden hat, die Personen, ihr Tun und Aussehen, die Begleitumstände, die Hindernisse, ihre Überwindung oder ein Scheitern in eins fassend, zum Beispiel :

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität InnsbruckViennaAustria

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