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Der alte und der neue Mensch

  • Thomas Anz
  • Michael Stark
Chapter

Zusammenfassung

»Der Expressionismus war nicht die neue Form, sondern auch Ausdruck einer Verzweiflung Ungläubiger, die ratlos geduckt sich den Tag des Gerichts im Toben ihrer subjektiven Empfindungen zu übertäuben suchten. Versprengt in vielen, wie Keim einer neuen Seele eines neuen Menschen, leuchtet Hoffnung auf bessere Zukunft.« [1] Kulturkritischer Skeptizismus gegenüber der Gegenwart und die zukunftsgerichtete Suche nach ihrer Oberwindung aus dem »Geist der Utopie«(Bloch, s. Dok. 36 und 62) konstituieren in ihrem antithetischen Nebeneinander die Denk- und Stilformen der expressionistischen Bewegung. Mit der sie leitenden Idee des »Neuen Menschen« und »Neuen Lebens« [2] knüpft sie zwar an klassisch-idealistische Bewußtseinstraditionen an, die hierin ihrerseits über den Pietismus des 18. Jahrhunderts christlich-religiös vermittelt sind. [3] Doch hat das auf die Synthetisierung von Gegensätzen ausgerichtete Denken um 1800 im Kontext der Französischen Revolution antirevolutionär-reformerische Implikationen [4], denen gegenüber sich das expressionistische Pathos geistiger Erneuerung zu revolutionärem Anspruch radikalisiert. Zwei nicht mehr »dialektisch« zu vermittelnde Welten stehen sich im Vorstellungshorizont der literarischen Intelligenz antithetisch gegenüber [5]: absolut negativ gewertet die gegenwärtige alte der Wilhelminischen Patriarchalgesellschaft, in der ein traditionsgeprägtes soziales und kulturelles System sich mit wissenschaftlichem, technischem und ökonomischem Fortschritt verbindet; absolut positiv dagegen die in vagen Visionen beschriebene neue Welt, in der die einzelnen Menschen in zwanglosem Miteinander ihre Bedürfnisse ausleben und ihr »eigentliches Selbst« verwirklichen.

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Notizen

  1. 1.
    Karl Otten: Adam. In: Neue Blätter für Kunst und Dichtung 1 (1918), August, S. 79–81, Zitat S. 80. Abgedruckt auch in P. Pörtner: Literaturrevolution II, S. 228–232; und in O. F. Best (Hg.): Theorie des Expressionismus, S. 119–124.Google Scholar
  2. 2.
    Siehe dazu besonders Walter H. Solcel: Der Literarische Expressionismus, S. 175 ff.; Walter Riedel: Der neue Mensch. Mythos und Wirklichkeit. Bonn 1970; S. Vietta, H.-G. Kemper: Expressionismus, S. 186 f f.; S. Vietta (Hg.): Die Lyrik des Expressionismus, S. 217 ff. Vgl. als Dokument auchGoogle Scholar
  3. Moritz Lederer: Der neue Mensch. In: Der Revolutionär 1(1919), Nr. 11, S. 1–13.Google Scholar
  4. 3.
    Vgl. dazu Klaus H. Kiefer: Wiedergeburt und Neues Leben. Aspekte des Strukturwandels in Goethes Italienischer Reise. Bonn 1978.Google Scholar
  5. 4.
    Vgl. dazu Walter Müller-Seidel: Deutsche Klassik und Französische Revolution. Zur Entstehung einer Denkform. In: Deutsche Literatur und Französische Revolution. Mit Beiträgen von G.-L. Fink u. a. Göttingen 1974. S. 39–62.Google Scholar
  6. 5.
    Vgl. dazu die »Vorbemerkungen« in W. Rothe: Der Expressionismus, S. 9–27, bes. S. 14 ff. Vgl.auch Carl Einstein Anmerkungen. In: Die Aktion 2 (1912), Sp. 1093f. Einstein hebt hier die „Revolte“ von der „dialektischen Opposition“ ab.Google Scholar
  7. 6.
    Johannes R. Becher: Verfall und Triumph. Teil 1–2. Berlin: Hyperion 1914. (Gedichte und Prosa)Google Scholar
  8. 7.
    Walter Hasenclever: Tod und Auferstehung. Neue Gedichte. Leipzig: K. Wolff 1917.Google Scholar
  9. 11.
    Alfred Wolfenstein: Das Neue. Ein Vorwort. In: Die Erhebung. Jahrbuch für neue Dichtung und Wertung. Hg. v. A. Wolfenstein. Berlin: S. Fischer (1919). S. 1–6.Google Scholar
  10. 13.
    Heinrich Vogeler: Das Neue Leben. Ein kommunistisches Manifest. Hannover: P. Steegemann 1920 (Die Silbergäule Bd. 19).Google Scholar
  11. 14.
    Vgl. dazu besonders Horst Denkler: Drama des Expressionismus. München 1967.Google Scholar
  12. 16.
    Ludwig Rubiner: Die Erneuerung. In: Die Gemeinschaft. Dokumente der geistigen Weltwende. Hg. v. L. R. Potsdam [1919]. S. 71–77; Zitat S. 76.Google Scholar
  13. 1.
    Albert Ehrenstein: Der Mensch schreit. Gedichte. Leipzig: K. Wolff 1916.Google Scholar
  14. 2.
    Auf Albert Einsteins (1879–1955) Relativitätstheorie (1905, erweitert 1916) als Paradigma revolutionär veränderten Denkens verweist man in der expressionistischen Programmatik des öfteren (s. Dok. 11). Vgl. als Beispiel der Einstein-Rezeption in expressionistischen Zeitschriften auch Erwin Freundlich: Die Entwicklung des physikalischen Weltbildes bis zur all gemeinen Relativitätstheorie. In: Die Weißen Blätter 7 (1920), S. 174–191.Google Scholar
  15. 1.
    Vgl. z.B. R. Kurtz: Der junge Dichter, Dok. 90; oder auch Heinrich Mann: Das junge Geschlecht. In: Tätiger Geist! Zweites der Ziel-Jahrbücher. Hg. v. K. Hiller. 1917/1918. München, Berlin: G. Müller 1918. S. 349–353.Google Scholar
  16. 3.
    Vgl. auch Hans Blüher: Die Untaten des bürgerlichen Typus. In: Das Ziel. Aufrufe zu tätigem Geist. Hg. v. K. Hiller. München, Berlin: Georg Müller 1916. S. 9–30. Hier S. 20 ff.Google Scholar
  17. 4.
    Ein wichtiger Dokumentenband zur Jugendbewegung: Grundschriften der deutschen Jugendbewegung. Hg. v. W. Kindt. Düsseldorf, Köln: E. Diederichs 1963.Google Scholar
  18. 5.
    Blüher und Wyneken sind mit mehreren Beiträgen in K. Hillers Ziel-Jahrbüchern (s. P. Raabe: Die Zeitschriften, Nr. 105) vertreten. Vgl. außerdem Kurt Hiller: Gustav Wynekens Erziehungslehre und der Aktivismus. Hannover: P. Steegemann 1919 (Die Silbergäule Bd. 4). Eine wichtige Stellungnahme Hans Blühers zum Expressionismus/Aktivismus enthält sein Auf satz: Die Jugendbewegung vor der geistigen Entscheidung. In: Neue Jugend 1 (1916/17), S. 124–126.Google Scholar
  19. 7.
    R. Kayser: Der Sohn. Anmerkungen zur Neu-Aufführung. In: Das junge Deutschland 1 (1918), S. 315–316; Zitat S. 315. Vgl. auch die Titel anderer Zeitschriften: Neue Jugend (s. P. Raabe: Die Zeitschriften,Nr. 18 u. Nr. 30), Die junge Kunst (s. ebd., Nr. 75).Google Scholar
  20. 8.
    Siehedazuauch Theodor Reik: Dichtung und Psychoanalyse. In: Pan 2 (1911/12), S. 519–526.Google Scholar
  21. 9.
    Zur Beziehung Gross-Kafka s. Hartmut Binder: Kafka inneuer Sicht. Stuttgart 1976.CrossRefGoogle Scholar
  22. 10.
    Thomas Anz: Zwischen Freud und Schwabing. Otto Gross: ein vergessener Kulturrevolutionär i m Wilhelminischen Deutschland. In: Süddeutsche Zeitung vom 11./12.2.1978. S. 100–101. Vgl. auch Th. Anz. (Hg.): Phantasien über den Wahnsinn, S. 160 ff.Google Scholar
  23. Emanuel Hurwitz: Otto Gross. Paradiessucher zwischen Freud und Jung. Leben und Werk. Zürich, Frankfurt 1979.Google Scholar
  24. Die wichtigsten Aufsätze von Gross enthält Kurt Kreiler (Hg.): Otto Gross. Von geschlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe. Frankfurt 1980.Google Scholar
  25. 1.
    Die Aktion 3(1913), Nr. 51 (20. Dez.); Revolution 1 (1913), H. 5 (Hg. v. Franz Jung); vgl. weiterhin Erich Mühsams Kain 3 (1913/14), S. 153 f.; Maximilian Hardens Die Zukunft vom 28. Febr. 1914; Die Schaubühne 10 (1914), S. 235–238.Google Scholar
  26. 2.
    O. Gross: Über psychopathische Minderwertigkeiten. Wien 1909.Google Scholar
  27. 1.
    S. Freud: Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradavia. Leipzig, Wien 1907.Google Scholar
  28. 2.
    W. Hasenclever: Der Jüngling. Gedichte. Leipzig: Kurt Wolff 1913. W. H. : Das unendliche Gespräch. Eine nächtliche Szene. Leipzig: Kurt Wolff 1913 (Bücherei »Der jüngste Tag« Bd. 2).Google Scholar
  29. 3.
    S. Freud: Totem und Tabu. Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker. Leipzig, Wien 1913. Jetzt u a. auch in: Studienausgabe Bd. IX. Frankfurt 1974. S. 287–444.Google Scholar
  30. Georg Gretor veröffentlichte auch unter dem Namen Georges Barbizon, war Schüler in der Freien Schulgemeinde (s. Anm. 2), gab 1911 und später(von Mai 1913 bis Juli 1914) zusammen mit Siegfried Bernfeld im Verlag »Die Aktion« die im Text angesprochene Zeitschrift Der Anfang heraus. Vgl. auch Georges Barbizon: Der Anfang. In: Die Aktion 3,(1913), Sp. 508–509; ders.: Die grüne Gefahr. Ebd., Sp. 587–89; und besonders ders.: Die Auferstehung der Jugend. In: Wiecker Bote 1, 1913, H. 3, S. 1–2. Gretor lebte nach Kriegsausbruch in der Schweiz.Google Scholar
  31. 13.
    E. Joel u. Erich Mohr: Die wartende Hochschule. Akademische Kundgebungen. Jena: E. Diederichs 1916.Google Scholar
  32. E. Joel: Die Jugend vorder sozialen Frage. Jena: E. Diederichs 1915.Google Scholar
  33. 14.
    Hans Blüher: Der bürgerliche und der geistige Antifeminismus. Berlin: Tempelhof o. J. [1916].Google Scholar
  34. 15.
    Hans Blüher: Führer und Volk in der Jugendbewegung. Jena: E. Diederichs 1917.Google Scholar
  35. 2.
    Max Scheler: Der Bourgeois. In: Dieweißen Blätterl (1913/14), S. 580–602.Google Scholar
  36. 3.
    Th. Haubach:Wider die Politik. In: Das Tribunal 1 (1919), S. 51–52; Zitat S. 52.Google Scholar
  37. 4.
    Vgl. auch den in diesem Zusammenhang wichtigen Aufsatz von Hans Blüher: Die Untaten des bürgerlichen Typus. In: Das Ziel. Aufrufe zu tätigem Geist. Hg. v. K. Hiller. München, Berlin: G. Müller 1916. S. 9–30. Aus dem Umkreis der linken Jugendbewegung äußert sich zu dem Thema auch der von Kurt Hiller anfangs hochgeschätzte (s. P. Pörtner: Literaturrevolution II,S. 423) Ernst Joel in einem Aufsatz, der u. a. den sozusagen gepflegten Bourgeois in den eigenen Reihen der sich unbürgerlich Gebenden anprangert. E. J.: Der soziale Bourgeois. In: Der Aufbruch. Monatsblätter aus der Jugendbewegung. 1. Jg. (1915), H. 4 (Okt.), S. 73–86. Siehe weiterhinGoogle Scholar
  38. Paul Nikolaus: Manifest gegen den Bürger. In: Der Revolutionär 1 (1919), Nr. 7, S. 19–20;Google Scholar
  39. nachgedruckt in Friedrich Albrecht: Deutsche Schriftsteller in der Entscheidung. Wege zur Arbeiterklasse 1918–1933. Berlin, Weimar 1970. S. 501–502.Google Scholar
  40. Den Bürger als Typ (in Opposition zur Individualität des Unbürgerlichen) zeichnet in kleinen aphorismusartigen Prosaskizzen M. Picard: Der Bürger. Leipzig: Verlag der Weißen Bücher 1914.Google Scholar
  41. 5.
    Georg Lukács: Größe und Verfall des Expressionismus. In: Internationale Literatur 4 (1934), S. 153–173. Wieder abgedruckt u.a. in: G. L.: Werke. Bd. IV. Neuwied, Berlin 1971. S. 109–149. Zur expressionistischen Antibür gerlichkeit s. hier S. 120 f.; Zitat S. 121.Google Scholar
  42. 9.
    Siehe Friedrich Saß: Naturgeschichte des deutschen Philisters. In: Die Aktion 2 (1912), Sp. 67–71; Röhl: Junge Bildungsphilister. Ebd., Sp. 323–324. Beide Artikel berufen sich mit ihrer Philisterkritik auf Friedrich Nietzsche. So auchGoogle Scholar
  43. Carl Dallago: Nietzsche und — der Philister. In : Der Brenner 1 (1910), H. 2, S. 25–31; H.3, S. 49–53.Google Scholar
  44. 10.
    Vgl. dazu H. Kreuzer: Die Boheme, S. 149–153. Siehe auch Carl Sternheim: Berlin oder Juste milieu. München: Kurt Wolff 1920; Tasso oderdie Kunst des Juste milieu. Berlin: Erich Reiß 1921 (Tribüne der Kunst und Zeit. Eine Schriftenreihe, hg. v. Kasimir Edschmid, Bd. XXV).Google Scholar
  45. 3.
    Dieses und die folgenden Zitate stammen aus Thomas Mann: Betrachtungen eines Unpolitischen. Berlin: S. Fischer 1918.Google Scholar
  46. 6.
    Th. Mann: Königliche Hoheit. Roman. Berlin 1909.Google Scholar
  47. 7.
    Vgl. dazu Wolfgang Frühwald: Ruhe und Ordnung. Literatursprache — Sprache der politischen Werbung. Texte, Materialien, Kommentar. München 1976.Google Scholar
  48. 8.
    Gemeint sind die Komödien Die Hose (1911), Die Kassette (1912), Bürger Schippel (1913), Der Snob (1914), 1913 (1915) und die beiden Erzähl bände Chronik von des zwanzigsten Jahrhunderts Beginn (Leipzig 1918).Google Scholar
  49. 1.
    Siehe dazu und zum folgenden Wolfgang Rothe: Der Geisteskranke im Expressionismus. In: Confinia Psychiatrica 15 (1972), S. 195–211; S. Vietta/H.-G. Kempen: Expresssionismus, S. 155 f., S. 182–185; Th. Anz: Literatur der Existenz, bes. S. 39–45;Google Scholar
  50. Thomas Anz (Hg.): Phantasien über den Wahnsinn. Expressionistische Texte. München 1980.Google Scholar
  51. 3.
    Adolf Hitler: Mein Kamptf. Jubiläumsausgabe. München 1939. S. 256.Google Scholar
  52. 4.
    Otmar Best: Zum Thema Expressionismus. In: Die Sichel 1 (1919), S. 30–34, Zitat S. 34.Google Scholar
  53. 6.
    Walter Morgenthaler: Ein Geisteskranker als Künstler. Bern 1921;Google Scholar
  54. Hans Prinzhorn: Bildnerei der Geisteskranken. Ein Beitrag zur Psychologie und Psychopathologie der Gestaltung. Berlin 1922.Google Scholar
  55. 7.
    Kurt Hiller: Philosophie des Ziels. In: Das Ziel. Aufrufe zu tätigem Geist. Hg. v. K. Hiller. München, Berlin: G. Müller 1916. S. 187–217; Zitat S. 215. Vgl. auch Hans Blüher: DieUntatendesbürgerli-chen Typus, ebd., S. 28.Google Scholar
  56. 9.
    Vgl. Curt Hohoff: Die Ärzte des Expressionismus. In: C. H.: Schnittpunkte. Gesammelte Aufsätze. Stuttgart 1963. S. 272–283.Google Scholar
  57. 1.
    Heinrich Mann: Die Armen. Roman. Leipzig: K. Wolff [1917]. Hier S. 130–148.Google Scholar
  58. 2.
    Ermittelt werden konnte: Dr. Hermann Haymann: Irrenärztliche Bemerkungen zu H. Manns neuem Buch. In: Zs. f. diegesamte Neurologie und Psychiatrie Bd. 39, H. 12, 3. Febr. 1918, S. 225–228.CrossRefGoogle Scholar
  59. 3.
    Dr. Eugen Kahn: Psychopathen als revolutionäre Führer. In: Zs. für die gesamte Neurologie und Psychiatriehd. 52 (6.Okt. 1919), H. 1/3, S. 90–106.CrossRefGoogle Scholar
  60. 6.
    Toller erzählt in dem Kapitel »Irrenhaus« seiner Autobiographie Eine Jugend in Deutschland (Amsterdam: Querido 1933) über den damaligen Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik (E. T.: Gesammelte Werke. Bd. 4. Hg. v. W. Frühwald u. J. M. Spalek. [München, Wien] 1978. S. 103–107). Zu den ärztlichen Gutachten über Toller siehe auch W. Frühwald/J. M. Spalek (Hg.): Der Fall Toller. Kommentar und Materialien. München, Wien 1979. S. 40.Google Scholar
  61. 10.
    Abgedruckt in Eugen Leviné: Ahasver, Rede vor Gericht und anderes. Berlin 1919. S. 21–29.Google Scholar
  62. Auszugsweiser Nachdr. in: Tankred Dorst/Helmut Neubauer (Hg.): Die Münchener Räterepublik. Zeugnisse und Kommentar. Frankfurt/M. 1966. S. 157–167.Google Scholar
  63. 11.
    Sigmund Freud: Die Traumdeutung. Leipzig, Wien 1900.Google Scholar
  64. 12.
    Franz Werfel: Wir sind. Neue Gedichte. Leipzig; K. Wolff 1913. S. 49.Google Scholar
  65. 13.
    Sigmund Freud: Zur Psychopathologie des Alltagsleben. Über Vergessen, Versprechen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum. Berlin 1901.Google Scholar
  66. 14.
    Theodor Billroth: Wer ist musikalisch? Nachgelassene Schrift. Hg. v .E. Haaslick. Berlin 1896.Google Scholar
  67. 1.
    Gunter Martens: Vitalismus und Expressionismus. Stuttgart u. a. 1971.Google Scholar
  68. 3.
    Vgl. auch Georg Simmel: Der Konflikt der modernen Kultur. München, Leipzig 1918. S. 19f. Zu Simmeis Lebensphilosophie siehe vor allem noch seine Schriften: Der Krieg und die geistigen Entscheidungen. München, Leipzig 1917; Lebensanschauung. München, Leipzig 1918.Google Scholar
  69. 4.
    Siehe außer dem in der folgenden Anm. genannten: Franz Blei: Philosophie und Gemeinschaft. In: Zeit-Echo 2 (1915/16), H. 6, S. 83–85;Google Scholar
  70. und vor allem Fritz Hoeber: Das Erlebnisder Zeitund die Willensfreiheit. Die intuitive Philosophie von Henri Bergson. In: Der Sturm 9 (1918/19), H. 9, S. 120–122; H. 10,S. 132–133.Google Scholar
  71. 5.
    Dr. Bruno Altmann: Die leblose Gegenwart. In: Der neue Merker 1 (1914), Bd. 1, S. 440–448. Zitat S. 441.Google Scholar
  72. 7.
    Erwin Loewenson: Zur Schopenhauer-Psychologie. Der Masochismus des Unterbewußtseins. Vorgetragen im »Neuen Club« am 23.11.1910. Unveröffentlicht. Zitat nach G. Martens: Vitalismus und Expressionismus, S. 192.Google Scholar
  73. 8.
    Erwin Loewenson: Tragödien der Décadence. Hamlet — Dichtungen von Stefan George u. Hugo von Hofmannsthal. Vortrag, gehalten am ersten Abend des »Neopathetischen Cabarets« (6.6.1910). Unveröffentlicht. Zitat nach G. Martens: Vitalismus und Expressionismus, S. 191.Google Scholar
  74. 10.
    Vgl. dazu Otto Gross: Ludwig Rubiners »Psychoanalyse«. In: Die Aktion 3 (1913), Sp. 506 f.Google Scholar
  75. 11.
    S. Freud: Studienausgabe Bd. IX. Frankfurt 1974. S. 9–32.Google Scholar
  76. 12.
    S. Freud: Das Interesse an der Psychoanalyse (1913). In: S. F.: Dar Stellungen der Psychoanalyse. Frankfurt 1969. S. 127.Google Scholar
  77. 13.
    Hans von Flesch: Die Revolution der Erotik In: Wiecker Bote 1 (1914), H. 11/12(Juli), S. 5–12.Google Scholar
  78. Zitate S. 6 u. S. 12. Vgl. auch Paul Nikolaus: Revolutionierung der Erotik. In: Der Revolutionär 1 (1919), Nr. 3, S. 16–18. Dieses Manifest proklamiert freilich eine »geistige« Erotik im Gegensatz zur »fleischlichen« Sexualität.Google Scholar
  79. 14.
    Raoul Hausmann: Zur Weltrevolution. In: Die Erde 1 (1919), H. 12 (15. Juni), S. 368–371. Zitat S. 369.Google Scholar
  80. 1.
    Carl Einstein: Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders. Berlin-Wilmersdorf: Verlag Die Aktion 1912 (Nachwort von Franz Blei).Google Scholar
  81. 1.
    Kurt Hiller: Geist werde Herr. Berlin 1920.Google Scholar
  82. 3.
    Robert Musil: Symptomen-Theater I. In: Der neue Merkur 6 (1922), Bd. 1. Zitat nach P. Pörtner: Literaturrevolution II, S. 336.Google Scholar
  83. 4.
    Bertolt Brecht: Gesammelte Werke 15. Frankfurt 1967 (Werkausgabe edition suhrkamp). S. 44.Google Scholar
  84. 6.
    (Wassily) Kandinsky: Über das Geistige in der Kunst. München: Piper 1912 (9. Aufl. Bern: Benteli 1970).Google Scholar
  85. 7.
    Siehedazu Richard Hamann, Jost Hermand: Stílkunstum um 1900. München 1973. S. 77–149.Google Scholar
  86. 8.
    Vgl. z.B. Oskar Maria Grafs Kritik des Geistbegriffs in seinem Manifest 4. In: Blätter für Kunst (1920), H 10, S. 31 f. Umgekehrt argumentiert Karl Theodor Bluth in einer Aktivismus-Kritik mit dem Titel Der Begriff der Geistigkeit, daß »sich Vitalität und Geistigkeit mit Notwendigkeit widerstreiten.« (In: Die Rettung 2, 1920, Nr. 4/5, S. 45–49. Zitat S. 48) In einer Kritik des expressionistischen Vitalkults beruft sich auf den »Geist« Rudolf Paulsen: Das Tempo unserer Zeit und der Expressionismus. In: Das literarische Echo 21 (1918),H. 3, S. 141–145.Google Scholar
  87. 10.
    Vgl. etwa den Abschnitt »Die technische Kälte« in der zweiten Fassung von Ernst Blochs Geist der Utopie (Berlin 1923) bzw. die entsprechende Passage der ersten Fassung (München 1918. S. 19 ff.). Zur Opposition »Geist« vs. »Technik« siehe auch René Schickele: Rede vor Mitternacht. In: Die weißen Blätter 5 (1918), Quartal Oktober-Dezember, S. 143–146.Google Scholar
  88. 11.
    Vgl. besonders die Schrift des sich mehrfach auf den Expressionismus beruf enden Theologen Paul Tillich: Masse und Geist. Studien zur Philosophie der Masse. Berlin 1922. Vgl. auch den folgenden Abschnitt dieses Bandes!Google Scholar
  89. Eine gekürzte Fassung (mit Kommentar) jetzt auch in Paul Kornfeld: Revolution mit Flötenmusik und andere kritische Prosa 1916–1932. Hg. u. kommentiert von Manon Maren-Grisebach. Heidelberg: Lambert Schneider 1976. S. 31–46.Google Scholar
  90. 1.
    Ernst Bloch: Geistder Utopie. München 1918.Google Scholar
  91. 1.
    Franz Werfel: Das lyrische Werk. Hg. v. A. D. Klarmann. Frankfurt 1967. S. 62 f.Google Scholar
  92. 2.
    Siehe den zum Thema dieses Abschnitts wichtigen Aufsatz von Christoph Eykman: Zur Sozialphilosophie des Expressionismus. In: Zeitschrift für deutsche Philologie 91 (1972), S. 481–497. Wiederabgedruckt in Ch. Eykman: Denk- und Stilformen des Expressionismus, S. 28–43; und in: H. G. Rötzer (Hg.): Begriffsbestimmung des literarischen Expressionismus, S. 447–46 8. Vgl. hierzu auch W. Rot-he: Der Expressionismus, S. 151 ff. (»Zur Soziologie des Expressionismus«).Google Scholar
  93. 3.
    Parallel zum Gemeinschaftspathos findet sich in den damaligen Manifesten ein diesem nicht unbedingt widersprechendes Individualitätspathos. Siehe z. B. Paul Seilin: Massenmensch und Individualist. In: Die Aktion 1 (1911), Sp. 169–171;Google Scholar
  94. Ralph Waldo Emerson: Die Macht der Minoritäten. In: Die Aktion 2 (1912), Sp. 135–137;Google Scholar
  95. s. besonders auch von Arthur Kahane(dem Herausgeber der Zeitschrift Das junge Deutschland): Manifest eines Einzelnen. In: Das junge Deutschland 1 (1918), S. 297–299. Nicht vereinbar mit der Gemeinschaftsidee erscheint hingegen die an der individualanarchistischen Position Max Stirners orientierte Zeitschrift Der Einzige (1919 – 1925; vgl. P. Raabe: Die Zeitschriften, Nr. 61).Google Scholar
  96. 4.
    Ludwig Rubiner: Heinrich Mann und Stef an George. In: Die Aktion 8 (1918), Sp. 29–39; Zitat Sp. 38.Google Scholar
  97. 5.
    Ludwig Rubiner: Der Kampf mit dem Engel. In: Die Aktion 7 (1917), Sp. 211–232; Zitat Sp. 226. Abdruck des Aufsatzes auch in L. R.: Der Mensch in der Mitte (s. Dok. 5 9), S. 155–190.Google Scholar
  98. 7.
    Ernst Toller: Gesammelte Werke. Hg. v. J.M. Spalek u. W. Frühwald. München 1978. Bd. 1. S. 31–34. Zitat S. 32.Google Scholar
  99. 8.
    Vgl. zur zeitgenössischen Kritik der »Masse« besonders Gustave Le Bon: Psychologie des Foules. Paris 1895. Dt.: Psychologie der Massen. Leipzig 1908.Google Scholar
  100. 12.
    Ernst Toller: Brief an Gustav Landauer. In: Schöpferische Konfession. Hg. v. K. Edschmid. Berlin: E. Reiss 1920. S. 41–46. Zitat S. 45.Google Scholar
  101. 13.
    Vgl. dazu auch Georg Simmel: Philosophie des Geldes. Leipzig 1900.Google Scholar
  102. 14.
    Vgl. auch Lothar Schreyer: Der neue Mensch (Dok. 38); und Franz Blei: Philosophie und Gemeinschaft. In: Zeit-Echo 2 (1915/16), H. 6, 83–85.Google Scholar
  103. 15.
    Rudolf Leonhard: Verkehr und Gemeinschaft. In: Tätiger Geist! Zweites der Ziel-Jahrbücher. Hg. v. K. Hiller. 1917/18. München, Berlin: G. Müller 1918. S. 290–293.Google Scholar
  104. 16.
    Hermann Schüller: Naivität und Gemeinschaft. In: Die Erhebung. Jahrbuch für neue Dichtung und Wertung. Hg. v. A. Wolfenstein. Zweites Buch. Berlin: S. Fischer 1920. S. 289–295. Wiederabgedruckt in: W. Rothe (Hg.): Der Aktivismus, S. 139–144, Zitat S. 142.Google Scholar
  105. 18.
    Siehe vor allem G. F. Nicolai: Über Instinkte. In: Die Aktion 6 (1916),Sp. 457 – 463; Der Kampf ums Dasein, ebd., Sp. 477–483 (Hier die Berufung auf Kropotkin); Der Kamp f der Menschheit, ebd., Sp. 529 – 536; Über Intelligenz und Friedfertigkeit der Tiere, ebd., Sp. 615 – 617; Der Familiensinn. In: Die Akt ion 7 (1917), Sp. 55 – 58 ; Die Intetnationalität der Kultur, ebd., Sp. 239 – 243.Google Scholar
  106. Die Aufsätze sind eingegangen in Nicolais Buch: Die Biologie des Krieges. Betrachtungen eines deutschen Naturforschers. Zürich 1917.Google Scholar
  107. 19.
    Von der »Gemeinschaft ›Menschheit‹« spricht L. Franz: Zur Regelung der zwischenmenschlichen Angelegenheiten. In: Die Aktion 7 (1917), Sp. 521 – 524. Und der nicht genannte Autor einer pazifistischen »Osterpredigt« in der Aktion fordert in Opposition zu nationalen oder auch europäischen Einheitsvorstellungen: »Das Ziel ist die Menschheit als höchste Gemeinschaft.« (Möglichkeiten, Wege, Forderungen Eine Untersuchung als Osterpredigt. In: Die Aktion 8, 1918, Sp. 138 – 149; Zitat Sp. 148.)Google Scholar
  108. Vgl. hierzu auch Heinrich Vogeler: Über den Expressionismus der Liebe. Der Wegzum Frieden. Bremen: Hauschild 1918. Neue veränderte Ausgabe. Hannover: P. Stegemann 1919 (Die Silbergäule Bd. 12).Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1982

Authors and Affiliations

  • Thomas Anz
  • Michael Stark

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