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Friedrich Markus Huebner: [Der Expressionismus in Deutschland]. In: F.M.H.: Europas neue Kunst und Dichtung. Berlin: E. Rowohlt 1920. S. 80–95

  • Thomas Anz
  • Michael Stark
Chapter

Zusammenfassung

Es ist üblich geworden, die neue Kunst des Expressionismus durch seinen Vorgänger und sein Gegenteil, den Impressionismus, gedanklich zu bestimmen und geschichtlich abzuleiten. Das Verfahren ist ein Spiel mit zwei Schlagworten; es erlaubt Parallelen und Vergleiche zu ziehen und gescheite Einfälle aus dem Zusammenstoß der vorgeblichen Gegensätze aufsprühen zu lassen, aber die Erkenntnis, die am Ende übrigbleibt, ist wie für den Impressionismus so für den Expressionismus nicht nur lückenhaft, sondern von Grund aus schief und fehlgreifend, denn die beiden Größen, die man gegeneinander abspiegelt, lassen sich zuletzt in eine eigentliche Vergleichsbeziehung nicht setzen: der Impressionismus ist eine Stillehre, der Expressionismus eine Norm des Erlebens, des Handelns, umfassend also der Weltanschauung.

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Notizen

  1. 4.
    (Münchener) Sezession: Ende des 19. Jahrhunderts spalteten sich in Opposition gegen die offizielle akademische Kunst einige fortschrittliche Künstlergruppen von den bestehenden konventionellen Standesorganisationen als »Sezessionen« ab. Die 1892 von Stuck, Trübner und Uhde gegründete »Münchner Sezession« war die erste dieser Art, der u. a. in Wien, Berlin und Darmstadt weitere folgten. Sie förderten besonders den Impressionismus und den Jugendstil. Vgl. Hans-Ulrich Simon: Sezessionismus. Kunstgewerbe in literarischer und bildender Kunst. Stuttgart 1976.Google Scholar
  2. 5.
    Als die Jury der Berliner Sezession 1910 Arbeiten von 27 Künstlern ablehnte, spaltete sich von ihr die »Neue Sezession« ab (u. a. mit O. Mueller, M. Pechstein, E.L. Kirchner, E. Heckel, K. Schmidt-Rottluff, E. Nolde). An ihr beteiligten sich wesentlich auch die Mitglieder der »Brücke« (s. Anm. 1) und der »Neuen Künstlervereinigung München« (von der sich 1911 »Der Blaue Reiter« abspaltete). Vgl. Rudolf Pfefferkorn: Die Berliner Secession. Eine Epoche deutscher Kunstgeschichte. Berlin 1972. Die »Neue Münchener Secession« wurde 1914 gegründet.Google Scholar
  3. 7.
    Heinrich Mann: Die Göttinnen oder Die drei Romane der Herzogin von Assy. 3 Bde. München: A. Langen 1902.Google Scholar
  4. 9.
    Siehe dazu Hugo Ball: Das Münchener Künstlertheater. In: Phöbus 1 (1914), H. 2, S. 68–74.Google Scholar
  5. 15.
    Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Wien 1918 (Bd. 1), München 1922 (Bd. 2).Google Scholar
  6. 21.
    Walter Hasenclever: Antigone. Tragödie in fünf Akten. Berlin: P. Cassirer 1917.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1982

Authors and Affiliations

  • Thomas Anz
  • Michael Stark

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