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»Du kannst in jeder Sache einen Haken finden« Überlegungen zu Kurt Weills Bürgschaft anhand der Entstehungs- und Aufführungsgeschichte

  • Andreas Hauff
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Zusammenfassung

Es ist nicht übertrieben, von einer Weill-Renaissance in Deutschland zu sprechen. Ungebrochene Popularität genießt nach wie vor die Dreigroschenoper. Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, keineswegs unbekannt, doch von den Theatern lange Zeit eher gemieden, wird Mitte der neunziger Jahre so häufig gespielt wie nie zuvor. Seit 1993 gibt es in Dessau die Kurt-Weill-Tage. Die deutsche Fassung der Operette Der Kuhhandel erlebte 1994 in Bautzen ihre Uraufführung. Und die Inszenierung von Street Scene im Berliner Theater des Westens Anfang 1995 fand soviel positive Resonanz bei Publikum und Kritik, daß von einer generellen Abschirmung gegen den amerikanischen Weill nicht länger die Rede sein kann. Die Bürgschaft aber, Kurt Weills und Caspar Nehers abendfüllende Oper aus dem Jahr 1932, ist von diesem neuerwachten Interesse bisher ausgespart geblieben, und dies, obwohl sie schon 1957, 25 Jahre nach der Uraufführung, im Zuge der ersten, von Lotte Lenya vorangetriebenen Weill-Renaissance an der Städtischen Oper (heute Deutschen Oper) in Berlin wiederaufgeführt wurde. Noch 1984 widmete Werner Oehlmann, langjähriger Musikkritiker des Berliner Tagesspiegel, in seinem umfangreichen Opernführer Oper in vier Jahrhunderten der Bürgschaft fast drei volle Seiten (eine mehr als Strawinskys Oedipus Rex), und nannte das Werk den »Höhepunkt des Weillschen Schaffens«. 1

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Notizen

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  • Andreas Hauff

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