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Der Aufbau des Liedcorpus C5–C48

  • Ursel Fischer
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Zusammenfassung

Anhand der Rahmenlieder läßt sich die Bildung des Oeuvres von seiner Abgrenzung nach außen her konstatieren. In den beiden folgenden Kapiteln möchte ich nach den entsprechenden Ordnungsprinzipien und Gesetzmäßigkeiten, die das Textcorpus als in sich gegliedertes Ganzes definieren, fragen — nach der strukturellen Anlage also. Zwei Großgruppen kristallisieren sich heraus: die Lieder C5-C48 und die Leichs C49-C51. Die Differenzierung der Gattungen Lied und Leich, die in der Handschrift auch optisch durch jeweils eine Leerzeile markiert ist, läßt sich als primäres Ordnungskriterium festhalten. Gegenstand dieses Kapitels wird die Analyse der Lieder sein. Innerhalb dieser Großgruppe zeichnet sich keine ähnlich scharfe Untergliederung ab, gerade disparate Liedtypen folgen unmittelbar aufeinander. Für die Strukturiertheit der Liedfolge gibt es allerdings auch hier auffällige Indizien: Im gesamten Mittelteil, von C15 bis C41, schließt sich jeweils an ein Herbst-, Ernteoder Winterlied ein Sommerlied an; nur die Lieder C29-C31, ein hohes Minnelied und zwei Tagelieder, unterbrechen die jahreszeitliche Folge; abgegrenzt wird dieser ’Jahreszeitenzyklus‘ jeweils von Herbst- und Ernteliedern, in denen sich Hadlaub mit dem Konzept Steinmars auseinandersetzt. Die Lieder, die dieser Sequenz vorausgehen bzw. auf

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Notizen

  1. 4.
    Zit. nach der Ausgabe: Die Lieder Neidharts, hg. v. Edmund Wieβner, fortgeführt v. Hanns Fischer, 4. Aufl., Tübingen 1984.Google Scholar
  2. 12.
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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Ursel Fischer

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