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Rahmenlieder

  • Ursel Fischer
Chapter

Zusammenfassung

Die Hadlaub-Lieder sind nach dem in C üblichen Prinzip arrangiert: Jedes Lied unterscheidet sich formal vom vorhergehenden, wobei der Wechsel des Tons durch den Farbwechsel der Lombarden visuell zur Darstellung kommt. Die formale Variation als jeweils spezifische Gestaltung eines Tons demonstriert die Kunstfertigkeit des Minnesängers1. Auch bei Hadlaub bleibt jedem Lied innerhalb der Liedfolge eine bestimmte Form vorbehalten. Mit einer Ausnahme: Die Wiederholung einer Form zu Beginn (C2, C4) und ihr erneutes Aufgreifen im letzten Lied (C52)2 verstoßen gegen diese Grundregel. Die Redaktoren der Hs.C, die ansonsten gleichtonige Strophen zusammenfassen und durch die identische Farbe der Lombarden als Einheit kennzeichnen, ordnen diese Strophen einander nicht zu (anders Bartsch und Schiendorfer, s. Einleitung). Die einleitenden Lieder und das letzte Lied der Sammlung heben sich durch weitere auffällige Gemeinsamkeiten vom restlichen Bestand ab: durch narrative, aus der Ich-Perspektive wiedergegebene Minneszenen — in den Liedern C1, C2, C4 und C52 changieren narrative Passagen mit Reflexionsteilen; und durch die Nennung historischer Personen — in C2 und C52 treten mehrere historisch identifizierbare Personen als Akteure eines Minnespiels auf, die letzte Strophe von C2 preist Heinrich von Klingenberg als minnesangkundigen Herrscher, C3 die Manesse als kenntnisreiche Sammler von Minnesang.

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Notizen

  1. 4.
    Volker Mertens, Erzählerische Kleinstformen. Die genres objectifs im deutschen Minnesang: “Fragmente eines Diskurses über die Liebe”, in: Kleinere Erzählformen im Mittelalter. Paderborner Colloquium 1987, hg. v. Klaus Grubmüller, L. Peter Johnson u. Hans-Hugo Steinhoff, Paderborn — München — Wien — Zürich 1988 (Schriften der Universität-Gesamthochschule-Paderborn, Reihe Sprach- u. Literaturwissenschaft, Bd. 10), S. 49–65, hier S. 63 f.Google Scholar
  2. 5.
    vgl. dazu zuletzt Gerhard Hahn, Zu den ICH-Aussagen in Walthers Minnesang, in: Jan-Dirk Müller u. Franz Josef Worstbrock (Hg.), Walther von der Vogelweide, Hamburger Kolloquium 1988 zum 65. Geburtstag von Karl-Heinz Borck, Stuttgart 1989, S. 95–104.Google Scholar
  3. 16.
    zit. nach der Ausgabe von Reinhold Bechstein (Hg.), Ulrich’s von Liechtenstein Frauendienst, Erster und Zweiter Theil (Deutsche Dichtungen des Mittelalters, hg. v. Karl Bartsch, Bd. 6 und 7), Leipzig 1888.Google Scholar
  4. 17.
    vgl. dazu jetzt grundlegend den kürzlich erschienenen Aufsatz von Christelrose Rischer, wie süln die vrowen danne leben? Zum Realitätsstatus literarischer Fiktion am Beispiel des ’Frauendienstes‘ von Ulrich von Lichtenstein, in: Gerhard Hahn u. Hedda Ragotzky (Hg.), Grundlagen des Verstehens mittelalterlicher Literatur. Literarische Texte und ihr historischer Erkenntniswert, Stuttgart 1992, S. 133–157. Auch Rischer beschreibt hier den ’Frauendienst‘ als Gattungsexperiment und versucht aus dieser Perspektive seine Funktion zu bestimmen; besonders aufschlußreich für die folgende Darstellung ist ihre Deutung des Prologs, S. 137–139.Google Scholar
  5. 18.
    vgl. auch Klaus Grubmüller, Minne und Geschichtserfahrung. Zum ’Frauendienst‘ Ulrichs von Liechtenstein, in: Geschichtsbewußtsein in der deutschen Literatur des Mittelalters. ‘Itiibinger Kolloquium 1983, hg. v. Christop Gerhardt, Nigel F. Palmer u. Burghart Wachinger, Tübingen 1985, S. 37–51, S. 46.Google Scholar
  6. 19.
    vgl. auch Ingeborg Glier, Diener zweier Heninnen: Zu Ulrichs von Lichtenstein Frauendienst, in: The Epic in Medieval Society, ed. by Harald Scholler, Ttibingen 1977, S. 290–306.Google Scholar
  7. 21.
    Helmut Tervooren (Hg.), Heinrich von Morungen. Lieder, Stuttgart 1975, S. 154.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Ursel Fischer

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