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Einleitung: Literatur und Literalität

  • Cornelia Epping-Jäger
Chapter

Zusammenfassung

In seiner klassischen Untersuchung der Unterschiede zwischen “primären oralen Kulturen” und Kulturen, “die durch den Gebrauch der Schrift tief geprägt sind”, hat Walter Ong überzeugend gezeigt, daß sich die literalisierte Kultur der Moderne besonders gewinnbringend aus der “fremd[en]” und “zuweilen bizarr[en]” Perspektive ursprünglicher Oralität in ihrer spezifischen Eigentümlichkeit verstehen läßt.1 Ein hoher heuristischer Aufschlußwert kommt einer Betrachtung der Herausbildung der Literalität aus ihren oralen Herkunftswelten deshalb zu, weil sie geeignet ist, den Modus selbstverständlicher Vertrautheit, der unser Bewußtsein als literalisiertes Bewußtsein prägt, aufzuheben und uns so die Determinanten der Literalität gegenständlich vor Augen zu bringen. Sie erst ermöglicht jenen analytischen Blick auf die Literalität, dem sich die konstitutiven Eigenschaften und Bestandteile der Schriftkultur als Sedimente einer vielschichtigen historischen Entwicklungsprozedur erschließen.

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Endnoten

  1. 19.
    Den Terminus »Hypoliteralität« entnehmen wir Glück (1987), 183. Glück selbst hat den Terminus über die in Anm. 22 dieses Kapitels zitierte Textstelle hinaus nicht weiter begrifflich entwickelt. In unserer Untersuchung jedoch nimmt der Terminus als Kennzeichnung des systemischen Übergangsstadiums zwischen Oralität und vollendeter Literalität eine zentrale Stelle ein. Wir verwenden den Terminus im folgenden ohne weitere diakritische Auszeichnung. Vgl. hierzu insbesondere Kap. 4 dieser Arbeit.Google Scholar
  2. 26.
    Den Terminus »bimediai« übernehmen wir von Giesecke (1994), 30; wir verwenden ihn im folgenden ohne weitere diakritische Auszeichnung.Google Scholar
  3. 49.
    Vgl. Ehlich (1983), der »Text« als “wiederaufgenommene Mitteilung” im Rahmen einer “zerdehnten Situation” charakterisiert.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Cornelia Epping-Jäger

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