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Sealsfield 1831 — Fontane 1854

„Borelli and Menotti“ und „Tuch und Locke“
  • Gustav-Adolf Pogatschnigg
Chapter

Zusammenfassung

Wäre es nicht jeweils das Erscheinungsjahr der beiden Novellen, das hinweist auf die dazwischenliegende Zäsur von 1848, die Novellentitel allein wären vielsagend genug: Sealsfields Borelli and Menotti — erschienen im August 1831 als letzte von insgesamt fünf Novellen im „Englishman’s Magazine“364 — lenkt in effektvoller Gegenwartsbezogenheit die Aufmerksamkeit des Lesepublikums auf zwei Repräsentanten der italienischen nationalen Freiheitsbewegung, die wenige Monate vorher (im Mai) hingerichtet worden waren. Verlegerische Hoffnungen auf ein verkaufsforderndes „feed-back“ waren — auch wenn sie sich im konkreten Fall nicht erfüllt haben, das Englishman s Magazine sein erstes Jahr, 1831, nicht überlebt hat — wohl nicht ganz unberechtigt. Konnte man doch davon ausgehen, daß die Tatsache der Hinrichtung und die Namen der Opfer den gebildeten Lesern des demokratischen England vertraut waren.

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Notizen

  1. 364.
    Vgl. dazu A. Ravizé: Neu aufgefundene Novellen Sealsfields. In: Euphorion 16 (1909), S. 102–116, der durch Textvergleich mit Passagen im späteren Werk Sealsfields eine de facto zweifelsfreie Identifizierung des Autors vornimmt, der namentlich nirgends genannt ist.Google Scholar
  2. 365.
    Zu den historischen Einzelheiten vgl. etwa Giorgio Candeloro, Storia dell Italia moderna. Dalla restaurazione alla rivoluzione nazionale 1815–1846. Milano 1978Google Scholar
  3. 366.
    Vgl. Hartmut Steinecke, Literatur als „Aujklärungsmittel“. Zur Neubestimmung der Werke Charles Sealsfields zwischen Österreich, Deutschland und Amerika. In: Herbert Zeman (Hrsg.): Die österreichische Literatur. Ihr Profil im 19. Jahrhundert (1830–1880). Graz 1982, S. 399–422; S.408Google Scholar
  4. 367.
    Vgl. H. Steinecke, Romantheorie und Romankritik in Deutschland. Die Entwicklung des Gattungsverständnisses von der Scott-Rezeption bis zum programmatischen Realismus. Bd. I, Stuttgart 1975, S. 87.Google Scholar
  5. 368.
    Helmut Koopmann, Die Novellistik des Jungen Deutschland. In: Karl Konrad Polheim (Hrsg.), Handbuch der deutschen Erzählung. Düsseldorf 1981, S. 229–239; S.230Google Scholar
  6. 371.
    Charlotte Jolies, Theodor Fontane. Stuttgart 1983, S. 27CrossRefGoogle Scholar
  7. 385.
    Theodor Schieder, Vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich, in: Bruno Gebhardt (Hrsg.). Handbuch der deutschen Geschichte. Bd. 3: Von der französischen Revolution bis zum ersten Weltkrieg, Stuttgart 1963, S. 137.Google Scholar
  8. 389.
    vgl. etwa Helmuth Nürnberger. Der frühe Fontane, Hamburg 1967. S. 198, und besonders Horst Fleig. Sich versagendes Erzählen (Fontane), Göppingen 1974. S.66–72Google Scholar
  9. 390.
    Hans Heinrich Reuter: Fontane, Bd. l, München 1968, S. 285fGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

Authors and Affiliations

  • Gustav-Adolf Pogatschnigg
    • 1
  1. 1.BergamoItalien

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