Advertisement

Einleitung

  • Carolin Fischer
Chapter

Zusammenfassung

Aretinos Name diente den Franzosen im 18. Jahrhundert als Synonym für Pornograph. Viele erotische Romane der Zeit nennen den Verfasser der Sonetti lussuriosi als Choreographen des Liebesspiels. Der Nachhall dieses Ruhms ist bis in unsere Tage gedrungen, so daß man eine große Verbreitung seiner Werke unterstellt, obwohl sie — abgesehen von den Sonetten — zwischen 1660 und 1800 nicht aufgelegt wurden. Selbst zwei aktuelle Studien wiederholen diesen Irrtum. So behauptet Goulemot, «que le XVIIe siècle ait […] traduit et retraduit, sans jamais se lasser, l’Ardtin».1 Übersetzt wurden jedoch nur einige der religiösen Schriften, sowie einer der sechs Teile der Ragionamenti. Noch unzutreffender ist die Äußerung von Dubost, daß «Aretinos Werk im Laufe des 18. Jahrhunderts ständig neue Übersetzungen erleben [sic]».2 Trotz ausführlicher Recherchen in den großen Bibliotheken ließ sich nicht eine einzige nachweisen. Der Mythos um die Figur des Autors, der bis heute zu derartigen Fehleinschätzungen verleitet, liegt zweifellos in seiner faszinierenden Vita begründet, die ihn schon zu Lebzeiten legendär machte und die meisten Monographien mehr oder weniger stark beeinflußte.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notizen

  1. 1.
    Goulemot, Jean Marie: Ces livres qu’on ne lit que d’une main. Lecture et lecteurs de livres pomographiques au XVIIIe siècle. Aix-en-Provence 1991, S. 23f.Google Scholar
  2. 2.
    Dubost, Jean-Pierre: Eros und Vernunft. Literatur der Libertinage. Frankfurt/M. 1988, S. 37.Google Scholar
  3. 4.
    Vgl. Burckhardt, Jakob: Die Kultur der Renaissance in Italien. Hrsg. v. Konrad Hoffmann. Stuttgart 111988.Google Scholar
  4. 7.
    Lorenzoni, Piero: Erotismo e pornografia nella letteratura italiana. Storia e antologia. Mailand 1976, S. 18.Google Scholar
  5. 8.
    Beutin, Wolfgang: Sexualität und Obszönität. Eine literaturpsychologische Studie über epische Dichtung des Mittelalters und der Renaissance. Würzburg 1990, stellt ausführlich dar, wie wenig konkrete Ergebnisse die Forschung auf diesem Gebiet bislang liefern konnte.Google Scholar
  6. 9.
    Damton, Robert: Édition et sédition. Paris 1991.Google Scholar
  7. 10.
    Planhol, René: Les Utopistes de l’Amour. Paris 1921.Google Scholar
  8. 11.
    Henriot, Émile: Les livres du second rayon. Paris 1926.Google Scholar
  9. 12.
    Alexandrian, Sarane: Les libérateurs de l’amour. Paris 1977.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

  • Carolin Fischer

There are no affiliations available

Personalised recommendations