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Literaturbegriff und Literaturwissenschaft

  • Jürgen Grimm
  • Frank-Rutger Hausmann
  • Christoph Miething
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Es gibt keine eindeutige allgemeinverständliche Definition des Begriffs ›Literatur‹. Die vorhandenen Definitionsversuche bestimmen allenfalls, was Lit. nicht ist, oder sie versuchen nur zu erklären, wie sie entsteht (z. B. Werner Krauss: National-, Klassencharakter; V. Bohn: Lit. Kommunikation zwischen Autor/Leser/Interpret) bzw. wie sie sein soll (z. B. J.P. Sartre: ›littérature engagée‹). Dies hat dazu geführt, daß wir einer Fülle von Begriffsbestimmungen gegenüberstehen, die sich oftmals widersprechen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Schon das Wort Lit. selber ist im Deutschen nicht eindeutig, meint es doch, insbesondere bei wiss. Arbeiten, Sekundär- oder spezifische Fachlit. — man denke an das sog. ›Literaturverzeichnis‹ bei wiss. Publikationen —, womit andererseits der Begriff der ›Schönen Lit.‹ (auch: ›Dichtung‹ oder ›lit. Kunstwerk‹) konkurriert. Auch im Franz. und den übrigen rom. Sprachen versteht man unter ›littérature‹ und seinen rom. Ableitungen ganz allgemein die Sache selber, das schriftlich fixierte Werk, weiterhin auch die Beschäftigung damit oder die Erforschung desselben. Hinzu kommt, daß gerade der zweiten Bedeutung ›Dichtung‹ ein stark subjektives Moment innewohnt, da die Wirkung eines Werkes und seine Rezeption sich oft nicht auf rationale Weise erklären lassen und von verschiedenen soziokulturellen Determinanten abhängen.

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Literatur

  1. Kap. I A: Bohn, Nr. 13; 15–65; 105–172; van Dijk, Nr. 33; 1–17; Dilthey, Nr. 34; Eco, Nr. 37; Stichworte ›Dichter und Dichtung‹, ›Gemeinsprache/ Literatursprache‹, in: Nr. 45 Bd. II, 1, 115–151; 255–265; H.A. Glaser: Lit.wiss. und Textwiss., in: Nr. 1; 15–30; Hamburgery Nr. 63 u. 64; Ingarden, Nr. 77 u. 78; her, Nr. 79; Kasper/Wuckel, Nr. 87; 22–34; Kayser, Nr. 88; 12–24; Krauss, Nr. 96; 23–39; 79–94; 105–118; 140–152; Nr. 97; Sartre, Nr. 129; Strelka, Nr. 142; 3–26; Wehrli, Nr. 153; 9–32 u. 132–161.Google Scholar
  2. Kap. I B: Christmann, Nr. 23; Freundlieb, Nr. 48; Gadamer, Nr. 50 u. 51; Gröber: Geschichte der rom. Philologie, in: Nr. 58; 1–39; Ders.: Aufgabe und Gliederung der rom. Philologie, ibid. 140–154; W. Kamiah: Die Formierung der Geisteswissenschaften in der Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften, in: D. Harth (Hg.): Propädeutik der Lit.wiss. (UTB 205). München 1973, 9–22; Petersen, Nr. 124; 1–51 u. passim; Pollmann, Nr. 125; 24–85.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1987

Authors and Affiliations

  • Jürgen Grimm
  • Frank-Rutger Hausmann
  • Christoph Miething

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