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Der Begriff »Bildungsroman«

  • Rolf Selbmann
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Einen Bildungsroman beschreibt, auch wenn er ihn noch nicht so benennt, zum erstenmal Friedrich von Blanckenburg mit seinem »Versuch über den Roman« von 1774. Zwar kennt Blanckenburg den Begriff des Bildungsromans noch nicht, kommt ihm aber mit seinen Bestimmungen für den normalen Roman sehr nahe, wenn er die »innre Geschichte« eines Helden, nicht die Darstellung äußerer Handlungsabläufe als »das Wesentliche und Eigenthümliche eines Romans« festsetzt (Blanckenburg 392). Man hat darauf hingewiesen, daß diese Bestimmungen Blanckenburgs für einen psychologisch argumentierenden, biographisch ausgerichteten Roman nichts weniger als neu sind, sondern zum größten Teil an Wielands Geschichte des Agathon (1. Fassung 1766/67) gewonnen wurden (Wölfel, Lämmert). Da für Blanckenburg als der »festgesetzte Zweck« jedes Romans »die Ausbildung, die Formung des Charakters« eines Helden gilt (321), wird in der Tat eine Art Bildungsroman zur Norm der Romanpoetik erhoben.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

  • Rolf Selbmann

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